Ich gebe zu: Ich wollte schon lange einen Beitrag zu diesem Thema schreiben. Dann kam Tanja Rehmer mit ihrer Blogparade Strahlend durch den Tag: Meine Selbstfürsorge Routinen im Alltag und ich dachte: Schluss mit den Ausreden! Also holte ich meine Notizen hervor, die seit geraumer Zeit in der Schublade schlummerten, und fing an zu schreiben.
Doch bevor ich dir meine kleinen Selbstfürsorge Rituale verrate, möchte ich kurz erzählen, wie das Thema überhaupt so bewusst in meinen Alltag gekommen ist. Denn lange Zeit habe ich Selbstfürsorge ehrlich gesagt eher als „Luxusproblem“ betrachtet.
Selbstfürsorge im Alltag: nicht perfekt, sondern machbar
Selbstfürsorge klingt oft nach langen Morgenroutinen, Spa-Tagen oder festen Ritualen. Doch im Alltag mit Kind, Job und Haushalt bleibt dafür selten Zeit. Deshalb geht es in meinem Beitrag um kleine Selbstfürsorge Rituale, die sich auch an ganz normalen Tagen unterbringen lassen.
Wie Selbstfürsorge überhaupt in meinem Alltag kam
2021 hatte ich echt zu kämpfen, die drei berühmten K‘ s (Küche, Kind und Karriere) unter einen Hut zu bringen, und das, obwohl ich bestimmt jeden Ratgeber zu diesem Thema gelesen hatte.
Unsere Tochter kam gerade in den Kindergarten. Im Job stand ein wichtiges Projekt kurz vor dem Abschluss. Wir waren beide ständig krank und ich stand kurz vor einem Burnout. Wenige Monate zuvor hatte ich außerdem ein weiteres „Abnehm“-Programm gestartet, das tägliche Bewegung forderte.
Diese Bewegung tat mir sehr gut. Vor allem nach einem langen Tag im Homeoffice. Doch die Bewegung in meinen Alltag zu integrieren, fiel mir schwer. Es war Zeit für eine richtige Selbstfürsorge Rituale im Alltag.
Das Ziel: Jeden Tag eine kleine Auszeit
Ich nannte diese Rituale damals „One Act of Selfcare“. Also: jeden Tag mindestens eine kleine Sache nur für mich.
Das Layout von damals findest du am Ende des Beitrags. Wir wollen ja nicht zu viel verraten.
Die Rituale haben sich zwischenzeitlich verändert. Doch das System funktioniert so gut, dass Selbstfürsorge bis heute zu den vier Gewohnheiten gehört, die ich immer tracke – neben Hausarbeit, Bewegung und meiner Tochter.
Ein Habit Tracker hilft, neue Routinen aufzubauen und dranzubleiben. Wenn du den Habit Tracker ausprobieren willst, kannst du ihn hier herunterladen.

Eine kurze Auszeit bitte: Meine Selbstfürsorge Rituale im Alltag
Über die Jahre haben sich meine kleinen Selbstfürsorge Momente immer wieder verändert – je nach Lebensphase, Job oder Jahreszeit. Einige davon sind geblieben und haben sich als Selbstfürsorge Rituale im Alltag bewährt.
1. Ich beginne den Tag mit einer Achtsamkeitsübung
Sich in Ruhe im Bad fertig zu machen, gehört wohl zum größten Luxus einer Mutter. Doch auch im größten Trubel ist es möglich, am Morgen eine kleine Auszeit zu nehmen.
Wie? Ich schließe beim Zähneputzen kurz die Augen und konzentriere mich darauf, jeden Zahn einzeln besonders gründlich zu putzen.
Es erfordert etwas Übung, die Außengeräusche auszublenden (vor allem wenn sich mehrere Personen im Bad aufhalten) oder nicht die Gedanken abschweifen zu lassen. Doch mit der Zeit klappte es immer besser.
2. Ich gönne mir eine ausgiebige Dusche
Und ich meine ausgiebig! NICHT: Ich springe mal kurz drunter. Sondern: Ich nehme mir die Zeit für eine Dusche inkl. Wellness-Programm. Das kann eine Gesichtsmaske vorneweg oder ein gründliches Peeling sein.
Ich mache das besonders gerne morgens am Wochenende. Abends macht mich eine solche Dusche eher wach.
Wie ist das bei dir? Duschst du morgens oder abends? Schreib es gerne in die Kommentare.
3. Ich geniesse eine Tasse Kaffee oder Tee im Stillen
Vor allem im Sommer ist das eine meiner Lieblings-Übungen. Wenn es draußen bereits etwas hell ist, genieße ich den Blick aus dem Fenster und beobachte den Sonnenaufgang.
Wenn es im Herbst und im Winter draußen dunkel ist, geht das natürlich nicht. Dann lese ich alternativ ein paar Seiten.
Mehr Ideen für deine Morgenroutine habe ich hier aufgeschrieben.
4. Ich bewege mich an der frischen Luft
Mein Rettungsanker im Alltag: 10 Minuten spazieren gehen müssen an manchen Tagen reichen. Das kann eine Runde um den Block oder ein Gang zum Altglascontainer sein. An anderen Tagen laufe ich eine Runde ums Feld.
Unter der Woche gehe ich auch gerne in der Mittagspause im nahgelegenen Park spazieren. Je mehr Grün um mich herum, desto besser. Allein durch etwas Natur und frische Luft bin ich ein ganz anderer Mensch.
5. Dinge unternehmen – ohne Kind!
Ich gehe sehr gerne alleine einkaufen und ich meine hier nicht ausschließlich Shopping. Dann kann ich ganz in Ruhe Angebote vergleichen, ohne dass meine Tochter angelaufen kommt, weil sie dieses oder jenes haben möchte. Und einmal die Woche gönne ich mir eine Yogastunde vor Ort. Papa geht dafür dienstags zum Sport.
Abgesehen von der Date Night, die allzu oft NICHT stattfindet, verbringe ich gerne Zeit mit meinen Freundinnen oder meiner Mutter und meiner Schwester – ohne Kind.
Ein klassischer Mädelsabend oder auch Frühstück am Sonntagvormittag ist Balsam für meine Seele. Als Kind empfand ich das egoistisch von meiner eigenen Mutter. Heute weiß ich, dass überlebenswichtig ist, sich Zeit für sich selbst zu nehmen und einmal nur an mich zu denken.
6. Ich werde kreativ
Ich bin ein sehr kreativer Mensch, und nach der „digitalen Arbeit“ am Computer den ganzen Tag genieße ich es sehr, am Abend oder am Wochenende mit Stift und Papier zu experimentieren. Das ist der perfekte Ausgleich zur Bildschirmarbeit im Job oder für diesen Blog.
In erster Linie gestalte ich die Layouts für mein Bullet Journal. Vor kurzem habe ich außerdem (wieder) mit dem Handlettering begonnen. Bisher habe ich vor allem Schablonen und Stempel benutzt. Diese Techniken zu kombinieren, macht richtig Spaß und den Kopf frei.
Noch mehr Ideen für deine Abendroutine, habe ich hier ausführlich beschrieben.
7. Ich drehe meinen Lieblingssong auf
Lange habe ich die Wirkung von Musik unterschätzt. Gerade abends beim Kochen läuft bei mir oft das Radio. Und wenn dann ein richtig guter Song kommt, drehe ich die Lautstärke hoch und springe – ganz nach dem Motto
Dance like nobody is looking
durch die Küche. Solche Momente heben sofort meine Stimmung. Meistens singe ich auch mit – sehr zum Missfallen meiner Familie. Und wenn es ihnen nicht gefällt, können sie ja einfach die Tür zumachen 😉
Bonus-Tipp: Plane mit mehrere Optionen
Es ist immer gut, eine oder gleich mehrere Alternativen zu haben, um Selbstfürsorge in den Alltag zu integrieren. Je nach Tagesform, Zeitplan oder Jahreszeit ist es Gold wert, verschiedene Routinen kombinieren zu können z. B.
- mit dem Fahrrad zur Arbeit (im Sommer) oder Spazierengehen in der Mittagspause (wenn ich das Auto nehme).
- Es regnet in Strömen? Wie wäre es mit etwas Yoga? Dank YouTubern wie Mady Morrison ist das auch zu Hause und zwischendurch kein Problem.
Meine Selbstfürsorge Rituale auf einen Blick
- Ich beginne den Tag mit einer Achtsamkeitsübung beim Zähneputzen.
- Ich gönne mir eine ausgiebige Dusche.
- Ich genieße eine Tasse Kaffee oder Tee beim Blick aus dem Fenster.
- Ich bewege mich jeden Tag an der frischen Luft.
- Ich gehe alleine einkaufen oder zum Mädelsabend.
- Ich werde kreativ mit meinem Bullet Journal.
- Ich tanze und singe zu meinen Lieblingssongs.

Zum Schluss zeige ich dir noch das Layout, mit dem im November 2021 alles angefangen hat.
Fazit: Selbstfürsorge muss im Mama-Alltag nicht lange dauern
Selbstfürsorge im Mama-Alltag muss weder perfekt noch zeitaufwendig sein. Oft sind es kleine Rituale, die dir guttun und sich unkompliziert in deinen Alltag integrieren lassen.
Und falls du trotz aller Selbstfürsorge Ritualemerkst, dass dir alles zu viel wird, habe ich hier noch zwei einfache Übungen für dich, um Ausraster zu vermeiden.
Jetzt bist du dran: Welche Selbstfürsorge Routinen sind dir im Mama-Alltag besonders wichtig? Schreibe es gern in die Kommentare.


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