Der Herbst ist da und mit ihm diese trüben, grauen Tage, an denen die Dunkelheit gefühlt nie endet. Morgens ist es dunkel, abends schon wieder, und dazwischen fühlt es sich oft an, als würde die Sonne sich einfach nicht blicken lassen. Für viele bedeutet das: noch weniger Energie. Der berühmte „Herbstblues“ schleicht sich ein und du spürst vielleicht, dass du dich immer erschöpfter und reizbarer fühlst.
Zumindest geht es mir so.
Auf der anderen Seite finde ich, dass der Herbst auch eine Gelegenheit sein kann, sich bewusst eine kleine Pause vom Alltag zu gönnen. Eine Zeit, um neue Kraft zu tanken und sich einfach mal um sich selbst zu kümmern.
Deshalb teile ich in meinem Beitrag zur Blogparade von Rosina Geltinger einfache Selbstfürsorge Tipps für Mütter, die nicht viel Zeit haben, aber dringend etwas für sich tun wollen.
Doch bevor ich meine persönlichen Tipps mit dir teile, lohnt sich ein kurzer Blick darauf, was hinter dem Herbstblues eigentlich steckt.
Was bedeutet eigentlich Herbstblues?
Der Herbstblues ist ein Stimmungstief, das häufig im Herbst auftritt, wenn die Tage kürzer werden und weniger Tageslicht vorhanden ist. Typische Symptome sind Müdigkeit, Antriebslosigkeit und schlechte Stimmung. Besonders betroffen sind Menschen, die sensibel auf Lichtmangel reagieren.
Doch die gute Nachricht ist: Es gibt Wege, dem Herbstblues entgegenzuwirken z. B. mit bewussten Pausen, Bewegung und kleinen Aktivitäten, die das Wohlbefinden fördern.
Genau deshalb spielt Selbstfürsorge für mich eine wichtige Rolle. Sie hilft mir, besser mit stressigen Phasen und Stimmungstiefs umzugehen.
Warum Selbstfürsorge für mich so wichtig ist
Früher habe ich meine eigenen Bedürfnisse oft hintenangestellt, bis ich fast in ein Burnout gerutscht bin. Seitdem gehört Selbstfürsorge fest zu meinem Alltag, nicht erst, wenn der Herbstblues zuschlägt.
Für mich heißt das: Alles, was mir guttut. Große Auszeiten sind im Familienalltag selten drin. Deshalb setze ich auf kleine Dinge, die sich flexibel einbauen lassen. Genau solche Dinge helfen mir auch im Herbst.
Wie Selbstfürsorge als Mama bei mir im Alltag aussieht, habe ich hier aufgeschrieben.
6+1 einfache Tipps gegen Herbstblues im Familienalltag
Wenn sich der Herbstblues bemerkbar macht, helfen mir oft kleine Dinge im Alltag. Hier sind meine liebsten Selbstfürsorge Tipps, um den Herbst bewusst zu genießen und die negativen Gedanken zu vertreiben.
1. Die Natur beim Herbstspaziergang mit allen Sinnen genießen
Seit ein paar Jahren gehört das tägliche Spazierengehen fest zu meiner Routine. Selbst kurze Wege, wie eine Runde um den Block, tun mir gut. Die Bewegung und die frische Luft machen mich viel ausgeglichener – nicht nur wenn der Herbstblues einen überwältigt, sondern das ganze Jahr über. Das spüre ich vor allem an Tagen, an denen ich nicht dazu komme.
Wenn ich mehr Zeit habe, fahre ich in ein schönes Waldstück und genieße die Natur und die Farbenpracht der Blätter. Diese kleinen Momente machen mich glücklich und geben mir Kraft für den Alltag und helfen gegen Herbstblues.

Der Blick aus meinem Fenster: Trotz grauem Himmel ein Fabspiel aus Grün, Rot und Orange
2. Mit den Kindern Blätter, Tannenzapfen & Kastanien sammeln
Das mag zunächst nach Kinderbespaßung klingen und nicht nach Selbstfürsorge. Und ja, der Weg zum Wald oder Spielplatz kann anstrengend sein.
Doch sobald ich dort bin, richte ich meinen Blick bewusst nach oben oder unten. Mit offenen Augen entdecke ich die Schönheit der Natur. Das schönste Blatt. Eine unversehrte Eichel. Eine besonders große Kastanie.
Gemeinsam mit meiner Tochter gehe ich auf Schatzsuche und bin dabei ganz im Hier und Jetzt angekommen. Und genieße ganz nebenbei wertvolle Zeit mit meiner Familie.
3. Herbstlich dekorieren
Sich zu Hause wohlzufühlen, hat für mich auch etwas mit Selbstfürsorge zu tun. Manchmal helfen schöne Dinge, die aktuelle Stimmung einzufangen. Ich gebe zu, ich bin eher minimalistisch, was Dekoration angeht. Die meiste Zeit des Jahres dekoriere ich überhaupt nicht. Doch der Herbst lädt mich dazu ein, die Natur ins Haus zu holen.
Und so dekoriere ich gerne mit Tannenzapfen, Eicheln und Kastanien – selbst gesammelt mit den Kindern! Dieses Jahr haben es sogar Zierkürbisse auf meine Fensterbank geschafft, und ich freue mich jeden Tag über ihre Farbenpracht.


4. Einen Teeladen besuchen
Natürlich gibt es Tee auch in der Drogerie, aber ein Besuch im Teeladen ist etwas ganz Besonderes. Ich liebe das Teehaus Michelstadt. Besonders den Michelstädter Lebenselixier-Tee, eine köstliche Mischung aus Vanille und Rosen.
Und auch wenn ich meine Favoriten habe, bringt Abwechslung neuen Schwung in den Alltag und belebt die Sinne.
5. Neue Kürbisrezepte ausprobieren
Kommen wir vom Trinken zum Essen: Abwechslung belebt auch hier die Sinne! Ich probiere gerne neue Kürbissorten aus statt der üblichen wie Hokkaido oder Butternut. Kennst du z. B. den Spaghettikürbis? Hier sind ein paar Rezeptideen.
Und wenn du wissen willst, was bei uns im Herbst sonst noch auf den Tisch kommt, dann lies hier weiter.
Was das mit Selbstfürsorge zu tun hat? Für mich ist Kochen ein kreativer Prozess, zumindest wenn ich neue Rezepte ausprobiere. Kreativität ist für mich eine wichtige Kraftquelle, die ich erst sehr spät entdeckt habe.
6. Das Selfcare Bingo
Ein Selfcare Bingo ist eine spaßige Methode, um Selbstfürsorge in den Alltag zu integrieren. Ein Bullet Journal braucht es dafür nicht. Ein Blatt Papier reicht aus. Die Spielregeln sind denkbar einfach:
- Ein 3×3-Raster zeichnen und die Kästchen mit kleinen Aktivitäten füllen. Erkaubt ist alles, was die guttut z. B. eine Tasse Tee oder ein Spaziergang.
- Das Bingo sichtbar aufhängen, z. B. am Kühlschrank.
- Jede erledigte Aktivität ausmalen oder mit einem Sticker markieren. / Ziel: alle Kästchen füllen und BINGO!“

Dieses Selcare-Bingo habe ich im September 2021 angelegt
Bonus: Lieblingssong anmachen
Das hilft bei jeder Art von schlechter Laune und nicht nur gegen Herbstblues.
Lange habe ich unterschätzt, wie sehr Musik einen positiven Effekt haben kann. Das richtige Lied gibt mir einen Energieschub, lässt mich tanzen und ich erledige im Bruchteil der Zeit alles, was viel zu lange liegen geblieben ist.
Alle Tipps gegen Herbstblues auf einen Blick
- Die Natur beim Herbstspaziergang mit allen Sinnen genießen
- Mit den Kindern Blätter, Tannenzapfen & Kastanien sammeln
- Wenn es draußen stürmt, drinnen herbstlich dekorieren
- Einen Teeladen besuchen und neue Teesorten entdecken
- Neue Kürbisrezepte ausprobieren
- Spiel und Spaß mit dem Selfcare-Bingo
- Einfach den Lieblingssong aufdrehen und dazu singen und tanzen.
Fazit: Kleine Momente helfen mehr als große Auszeiten
Selbstfürsorge im Herbst muss nicht aufwendig sein. Es braucht keine Spa-Tage oder Wellness-Wochenenden, die im Familienalltag ohnehin selten drin sind. Mir helfen die kleinen Dinge: eine Runde an der frischen Luft, eine Tasse Tee oder mein Lieblingssong in voller Lautstärke. Und an manchen Tagen ist es die Kastanie, die meine Tochter mir stolz in die Hand drückt.
Vielleicht ist ja auch für dich ein Moment dabei, den du dir in den nächsten grauen Wochen ganz bewusst gönnst.
Mich interessiert: Welche Selbstfürsorge-Tipps helfen dir gegen Herbstblues? Schreib es gern in die Kommentare.







10 Kommentare
Ein so wichtiges um immer wieder vernachlässigtes Thema. Danke fürs nach vorne holen, liebe Miriam. Das Selfcare Bingo kannte ich noch gar nicht und werd ich gleich mal ausprobieren.
Ich bin auch ein riesen Fan von schlechte Laune mit Musik wegtanzen und steh dabei total auf das Lied Sekundenglück von Grönemeyer 🙂
Hallo Carmen, ich finde voll überwältigt und dankbar, wie gut dieses Thema bei euch ankommt. In all dem Trubel (und obwohl ich es auf meinem Blog predige) stehen wir selbst meist gar hinten auf der Liste oder zumindest in der Mitte 🤪 Ich mag Grönemayer sehr, meine Mutter ist ein rihctiger Fan. Ich glaube allerdings das Lied kannte ich von ohm noch nicht🤔 Ich werde mal reinhören. Danke für den Tipp!
Hallo Miriam,
ich bin über die Blogothek auf deine Seite gekommen – ein toller Artikel. Ich bin allerdings überhaupt nicht der Listentyp. Tägliche to-do-Listen setzen mich so unter Stress, dass sie mich komplett blockieren. Ich arbeite mit der Eat-the-Frog-Methode und nehme mir eine unangenehme Arbeit pro Tag vor. Danach schaffe ich meist noch viele andere, weil das Blödeste erledigt ist. Ich habe meist nur eine Liste der Schwerpunkte für den Monat und Deadlines für bestimmte Dinge. Aber was ich richtig cool finde, ist dein Selfcare-Bingo. Das werde ich auf jeden Fall übernehmen! Danke für den coolen Tipp!
Hallo Anne, ich bin auch ein riesigen Fan der Eat-That-Frog-Methode. Vor allem unliebsame Hausarbeit erledige ich gerne direkt morgens 😅 Und du hast völlig recht. Nicht umsonst heißt es: What is in motion stays in motion 😉
Hallo Miriam,
was für ein toller Artikel ist das bitte?! Danke dafür.
Zu leicht vergessen wir (auch) an uns selbst zu denken.
Bei deinem Tipp Nr.3 kann ich nur laut JA! rufen!
Auf einen wunderschönen Herbst ganz ohne Blues.
Viele Grüße vom Niederrhein
Irina
Hallo Iran, vielen Dank für das Kompliment! Schön, dass du etwas für dich mitnehmen kannst. VG
Liebe Miriam,
ich habe mich dabei ertappt, wie ich oft genickt habe. Danke dir für deinen Beitrag, mir geht es oft ganz genauso, dass ich Zeit für mich brauche. Punkt 5 sollte ich daher wieder häufiger und Punkt 6 generell aufnehmen 🙂
Hallo Isabell, vielen Dank für dein tolles Feedback!
Hey das Selfcare-Bingo habe ich noch nicht gekannt – ein toller Tipp, danke Miriam! Listen sind mir meistens zu eindimensional und nachdem ich sie notiert habe, vergesse ich sie und sie wandern – grösstenteils unerledigt 😉 – ins Altpapier. Das ist wohl das Gegenteil von Bingo?
Hallo Susanne, es freut mich, dass du etwas für dich mitnhemen konntest, das nicht einer klassischen Liste entspricht 😀