Wie du deinen Perfektionismus ablegen kannst

Das Gefühl, ständig perfekt sein zu müssen, kenne ich nur zu gut. Irgendwann habe ich gemerkt, dass ich mir damit selbst das Leben schwer mache.
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Haushalt, Kind und Karriere – als wäre das nicht schon genug. Und trotzdem hast du das Gefühl, es noch besser machen zu müssen. Alles perfekt organisiert, immer geduldig, erfolgreich im Job und dabei bitte noch entspannt aussehen.

Ein Blick in die sozialen Netzwerke reicht, um diesen Druck zu verstärken. Überall scheinbar mühelose Perfektion: aufgeräumte Wohnungen, glückliche Kinder, makellose Figur. Und du? Vergleichst dich, zweifelst, setzt dich selbst immer weiter unter Druck.

Mir ging es lange genauso. Bis ich kurz vor dem Burnout stand und mir klar wurde: So möchte ich nicht weitermachen.

Die Perfektionismus-Falle: Warum der eigene Anspruch uns unglücklich macht

Perfektionismus bedeutet oft nicht, Dinge besser zu machen, sondern sich selbst unnötig unter Druck zu setzen.

Der eigene Anspruch, ständig perfekt sein zu müssen, kann auf Dauer unglücklich machen. Das zeigen nicht nur viele Studien, sondern auch mein Alltag. Gerade in der Familie sorgen diese überzogenen Erwartungen immer wieder für Spannungen.

Denn seien wir mal ehrlich: Wenn Mama nach der „Happy Family“ strebt, haben weder Mann noch Kinder Lust, da mitzuspielen. Die Stimmung ist dann oft gereizt und angespannt, das Lächeln auf Fotos wirkt wie eingefroren. Falls überhaupt welche entstehen. Ein harmonisches Familienleben fühlt sich definitiv anders an.

Das weiß ich aus eigener Erfahrung.

Perfektionismus ablegen: Praktische Tipps für mehr Gelassenheit im Alltag

Ich war früher selbst eine überzeugte Perfektionistin. Heute sehe ich vieles entspannter. Geholfen haben mir dabei folgende Tipps:

1. Medienzeit reduzieren

Wenn du nach einem langen Tag abends auf dem Sofa liegst, ist es schnell passiert. Aus 5 Minuten werden 2 Stunden. Doomscrolling heißt das neudeutsch. Dabei geht nicht nur sehr viel Zeit verloren. Es werden auch übermäßig viele schlechte Nachrichten konsumiert.

Wie viel Zeit ich in den sozialen Medien verbringe, hat mir die Funktion „Digitales Wohlbefinden“ auf meinem Smartphone gezeigt. Es hat mir die Augen geöffnet und mich motiviert, das Handy öfter einmal beiseitezulegen.

Ich bin sogar noch einen Schritt weitergegangen und Facebook und Instagram von meinem Handy gelöscht. Über das, was dann passierte, habe ich hier geschrieben.

Nur auf YouTube und Pinterest bliebe ich hin und wieder hängen, doch dann mache ich mir folgendes bewusst.

2. Perspektive wechseln

Das, was andere mir auf Social-Media-Kanälen zeigen, ist nur eine Momentaufnahme. Es sind exakt die fünf Minuten, in denen alles aufgeräumt und geputzt ist. Das Outfit zurechtgerückt und der Lippenstift frisch aufgetragen. Es ist ein clever gewählter Ausschnitt aus der Wirklichkeit.

Alles, was nicht ins Idealbild passt, wurde entfernt, weggeschnitten und/oder retuschiert. Die Realität ist verzerrt. Denn für die gibt es selten Likes und Shares, im schlimmsten Fall Hasskommentare.

Ich gebe zu, ich mache es genauso, wenn ich etwas poste. Schließlich zeigt sich jeder gerne von der Schokoladenseite. Aber ich bin mir dessen zumindest bewusst.

3. Die eigenen Erwartungen hinterfragen

Vor allem auf meinem Weg zur Putzroutine hat mich mein Perfektionismus regelmäßig an meine Grenzen gebracht. Erst als ich anfing meine eigenen Ansprüche zu hinterfragen, konnte ich meinen Perfektionismus ablegen und gehe seitdem sehr viel gelassener durch den Tag. Ich akzeptiere, dass mein Mann die Dinge anders macht als ich. Nicht schlechter, eben nur anders.

Und es ist mir mittlerweile ziemlich egal, was andere von mir erwarten. Ob das Frühstück mit der Familie, gekaufte Teilchen für die Kollegen oder die Backmischung beim Sommerfest, ich mache mir das Leben leicht, in dem ich vieles einfach auslagere oder anderen überlasse. #Machdirdaslebenleichter

Die Putzroutine ist auch ein sehr gutes Beispiel dafür, wie ich meinen eigenen Weg gegangen bin statt einfach eine vermeintlich perfekte Lösung einfach zu kopieren.

4. Der eigene Weg statt die perfekte Lösung

Du hast im Internet recherchiert und DIE Lösung für dein Problem gefunden. Du startest hoch motiviert, aber bist schnell ausgebrannt, weil es nicht so läuft, wie du es dir vorgestellt hast. Du bist völlig frustriert und denkst ans Aufgeben.

Ich kann deinen Frust nachvollziehen: Mehr als einmal bin ich „gescheitert“. Warum habe ich erst verstanden, als ich das folgende Video von YouTuberin Rowena Tsai gesehen habe:

Daraus habe ich folgendes gelernt: Egal woran ich gerade arbeite – ich muss eine Lösung finden, die zu mir und meinem Alltag passt.

Persönliche Beispiele

Ein System, das von Anfang funktioniert hat: Meine Nahrungsergänzungsmittel direkt neben die Kaffeemaschine zu stellen.

Das System, mit dem ich heute meinen Haushalt organisiere, hat sich dagegen über Jahre hinweg entwickelt. Und ich gebe zu, ich habe mehr als einmal, ans Aufgeben gedacht.

Wichtig: Lass dich inspirieren statt zu kopieren! Es geht darum, was für dich funktioniert. Damit du auf dem Weg zu deiner eigenen Lösung nicht aufgibst, kann dir dieser Tipp helfen.

5. Kleine Erfolge feiern statt aufgeben

Wenn du etwas gefunden hast, dass du ausprobieren möchtest, solltest du eines wissen: Veränderungen brauchen Zeit. Bei neuen Routinen sind es bis zu 60 Tagen. Das ist eher ein Marathon als ein Sprint.

Stück für Stück kommst du deinem eigentlichen Ziel näher. Damit du zwischendurch nicht die Motivation verlierst, hilft es mir auch die kleinen Erfolge zu feiern. Dazu zerlege ich große Ziele in viele kleine, machbare Schritte.

Wie ich neue Gewohnheiten in den Alltag integriere, habe ich hier zusammengefasst.

Auch die SMART-Methode hilft mir, meine Ziele von Anfang an, so zu formulieren, dass ich dranbleibe und der innere Kritiker weniger meckert.

Wie die SMART-Methode funktioniert, habe ich hier aufgeschrieben.

6. Den Moment geniessen, auch wenn mal etwas schief geht

Genug geredet von Zielen und vermeintlich perfekte Plänen. Das Leben ist zu kurz, um sich selbst nieder zu machen. Stattdessen konzentriere ich mich lieber auf das Hier und Jetzt.

Dazu folgende Anekdote:

Der 4. Geburtstag meiner Tochter stand vor der Tür. Obwohl ich es eigentlich besser weiß, war ich in den Tagen davor extrem angespannt. Meine ToDo-Liste war ellenlang und meine Gedanken überschlugen sich – trotz vorheriger Planung. Ich schimpfte mehr als üblich, egal ob beim Einkaufen oder Geburtstagskuchen backen. Mein eigenes Verhalten erschreckte mich.

Als wäre das nicht genug, kippte ich ein Glas Wasser über die Tastatur meines Laptops und das Band meines Schrittzähler ging kaputt. Ersatzband? Fehlanzeige! Die ganze Welt schien sich gegen mich verschworen zu haben.

Dann erinnerte ich mich an das Buch von Claudia Engel: Scheiß auf die Glücksfee! Ich mach das jetzt selbst* Es geht ums Manifestieren und darum, aus dem Teufelskreis negativer Gedanken auszusteigen.

Ich atme also einmal tief durch, wies meinen inneren Kritiker in die Schranken und freute ich mich mit meiner Tochter über ihre Geschenke. Gemeinsam bauten wir unser erstes Lego-Schloss zusammen (Prinzessin Elsa natürlich). Für die Kindergarten-Kinder gab es Mini-Muffins.

Anschließend ging ich eine Runde ums Feld. Die Sonne im Gesicht. Bevor ich mich an den Schreibtisch setzte, um diesen Beitrag zu überarbeiten.

Das Leben ist schön. Wir müssen nur lernen, es richtig zu genießen.

7. Perfektionismus ablegen mit der 80-20-Regel

Falls du es noch nicht kennst: das sogenannte Pareto-Prinzip hilft in beinahe jeder Lebenslage, um den eigenen Perfektionismus abzulegen. Denn mit 20 Prozent deiner Zeit erreichst du 80 Prozent des optimalen Ergebnisses. Für die restlichen 20 Prozent benötigst du noch einmal 80 Prozent mehr Zeit.

Ich erinnere mich immer dann an diese Regel, wenn die Perfektionistin in mir durchkommt und ich mich in Details verliere – sei es im Büro oder bei der Hausarbeit.

Perfektionismus ablegen kurz & knapp

  1. Apps löschen oder feste Zeiten einstellen, um Doomscrolling zu vermeiden.
  2. Ein Perspektivenwechsel und der Blick hinter die Fassade hilft, das zu durchschauen und den Druck rauszunehmen.
  3. Die eigenen Erwartungen herunterschrauben.
  4. Inspirieren lassen statt die perfekte Lösung zu kopieren.
  5. Dranblieben statt aufgeben, um langfristig Ziele zu erreichen.
  6. Den Moment im Hier und jetzt bewusst genießen, auch wenn nicht immer alles nach Plan verläuft.
  7. Den inneren Kritiker zähmen mit der 80-20-Regel

Fazit: Perfektionismus loszulassen ist nicht einfach, aber machbar

Mir hat es geholfen, meinen eigenen Anspruch immer wieder neu zu hinterfragen und mir selbst mehr Spielraum zu geben. Nicht alles muss perfekt sein, damit es gut genug ist.

Wenn du anfängst, dir den Druck zu nehmen, wirst du schnell merken, wie viel leichter sich der Alltag anfühlen kann. Es geht nicht darum, alles richtig zu machen, sondern darum, was für dich und deine Familie funktioniert. Du darfst es dir leichter machen.

Mich interessiert: Wobei setzt du dich selbst am meisten unter Druck? Schreibe es mir gerne in die Kommentare.

Wenn du noch tiefer in das Thema einsteigen willst, lies hier weiter.

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Das bin ich! Miriam von Mama leibt Listen

Hi, ich bin Miriam

Ich habe eine Tochter und liebe Listen. Unter dem Motto #MachdirdasLebenleichter blogge ich seit April 2021 und teile mit dir meine Erfahrungen, um dich im Mama-Alltag besser zu organisieren. Immer mit dabei: mein Bullet Journal, eine geniale Mischung aus Kalender, Notizbuch, ToDo-Liste und Tagebuch!

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