Wie ich Instagram von meinem Handy löschte und die Welt sich dennoch weiterdreht

Eine Sache, die mich seit Tagen beschäftigt: Wenn deine Zielgruppe bei Instagram ist, dann musst du auf Instagram sein! Diese Frage kam auf, als wir in meiner Weiterbildung in der Gruppenarbeit darüber sprachen, woher die Besucher für meinen Blog kommen. Tief in mir rief es: Nein, muss ich nicht! Denn mir gefällt überhaupt nicht, was diese Plattform mit mir macht.

Kurzer Rückblick

Im Dezember 2021 habe ich mein privates Profil reaktiviert. Ich habe mich lange davor gesträubt, denn ich ahnte bereits, dass diese Plattform für Perfektionisten wie mich toxisch sein würde. Doch irgendwie war ich auch neugierig, was der ganze Hype soll. Gerade das Thema Bullet Journaling ist dort populär. Also dachte ich mir: Versuchen wir es! Am Ende kann ich nur dazu lernen.

Also fing ich an meine Layouts zu teilen, noch recht willkürlich und ohne Plan. Ich bin mit 15 Abonnenten gestartet und was soll ich sagen: Ich habe viel dazu gelernt – vor allem wie hart, das Instagram-Business ist!

Meine Learnings aus einem halben Jahr Instagram

  • Neue Follower durch normale Postings zu gewinnen, ist richtig schwer! Ich habe dazu eigens einen Onlinekurs angeschaut, der mir wertvolle Tipps an die Hand gegeben hat. Nach einem Super-Post mit 70 Likes (= 300% Interaktionsrate) war dann aber auch schon wieder Schluss! Neue Follower = 0
  • Reels, Reels, Reels ist angeblich das Mittel der Wahl, um neue Follower zu gewinnen. Das kann ich bisher nicht bestätigen. Meine Reels liefen bisher schlechter als meine Postings.
  • Die App treibt mich regelmäßig in den Wahnsinn. Nicht gespeicherte Texte bei Entwürfen, einmal zurück und alles ist weg! So genervt wie beim Erstellen eines Instagram-Postings bin ich selten und das spürt leider auch meine Familie. Sie fragen mich regelmäßig: Was machst du da eigentlich? Ja, das frage ich mich auch!
  • Die Zeit, die dabei verloren geht, ist echt der Hammer! Zeit, die ich sinnvoller mit meiner Familie verbringen kann.
  • Das einzig Positive: Ich habe viel über das Fotografieren mit dem Handy gelernt – von der Perspektive über die Belichtung bis hin zur Bildkomposition, das macht Lust auf mehr!

Der Algorithmus und die Gefahr der „Blase“

Ein Punkt, der mich beim „Konsumieren“ von Inhalten total stört: Der Algorithmus gibt dir immer mehr von den Inhalten, die du bereits angeschaut hast. Das ist beim Thema Bullet Journaling wahrscheinlich auch sinnvoll.

Übertragen auf das Thema Instagram-Anzeigen passiert dann allerdings folgendes: Auf der Suche danach die „Performance“ meines Blogs zu verbessern, werden mir immer mehr Anzeigen von selbst ernannten Coaches gezeigt, die anscheinend (meiner Wahrnehmung nach) alle die Weisheit mit dem Löffel gefressen haben! Sorry, dass ich das so drastisch ausdrücke. Aber das Thema triggert mich total!

„Mit meiner Strategie gewinnst du einfach XY – ohne Arbeit / ohne Anstrengung…“ Als gäbe es eine geheime Abkürzung, die nur die Coaches kennen. Dabei erzählen sie alle das Gleiche und wollen am Ende doch nur mein Geld. Das macht mich wütend! Denn wir alle kochen nur mit Wasser.

Ich bin gefangen aus einer „Blase“ aus Besserwissern, die alle auf den gleichen Knopf drücken: Du bist nicht gut genug! Eine Gedanken-Spirale, die sehr gefährlich werden kann. Was du den inneren Perfektionisten zügeln kannst, erfährst du übrigens in folgendem Beitrag.

Lohnt sich Instagram für meinen Blog?

Heiße Diskussion in der Blogger-Community! Grundsätzlicher Tenor: Nein! Im Gegensatz zu Facebook kann ich bei regulären Postings keine Links posten, nur den Link in der Bio aktualisieren. Ob ein Nutzer wirklich über diesen Weg zu mir findet? Lösung: Post in Storys? = 0 Klicks, Likes für meine Posts stammen ohnehin zu einem Drittel von meinen Followern, zwei Drittel kommen über Hastags sagen die Insights.

Was ist mit Facebook?

Ich nutze Facebook vor allem privat, „konsumiere“ Nachrichten und bin Mitglied in Facebook Gruppen. Und ja, ich habe für meinen Blog auch eine Facebook-Seite, doch erst vor Kurzem wiederbelebt. Hier habe ich überhaupt nicht den Anspruch erfolgreich zu sein.

Ich weiß aus eigener, leidvoller Erfahrung, als ich hauptberuflich für Social-Media-Auftritte war, dass es nahezu unmöglich ist, organisch Reichweite zu generieren. Diese Facebook-Seite ist allerdings Voraussetzung, um zukünftig Facebook- & Instagram-Anzeigen zu schalten. Daher halte ich den Aufwand überschaubar.

Woher kommen dann deine Besucher?

Suchmaschine & Pinterest! Beides ist langlebiger als ein Social-Media-Post mit kurzer Lebensdauer. Meine Erfahrung in einer SEO-Agentur kommt mir hier zu Gute. Pinterest steht noch auf meiner ToDo-Liste. Update folgt.

Wie geht es weiter? Eine bewusst Entscheidung

Ich bin nicht bereit, mich zum „Affen“ zu machen, um auf Instagram erfolgreich zu sein. Es macht mir einfach keinen Spaß! Das bin einfach nicht ich! Stichwort: Authentizität. Wenn es dir Spaß macht und du voll darin aufgehst, bitte!

Für mich ist es verlorene Zeit! Zeit, die ich sinnvoller mit meiner Familie verbringen kann. Also plane ich ab sofort meine Posts einmal in der Woche vor. Immer Freitags, wenn der nächste Blogartikel online geht. An meinem Laptop und nicht an meinem Handy! Gleichzeitig sortiere ich meine digitale Ablage als Teil meiner Weekly Reset Routine

Bonus: Abends und am Wochenende scrolle ich nicht mehr stundenlang durch soziale Medien. Der „Aufwand“ ist zu groß. Weitere Tipps ungesunde Gewohnheiten abzulegen, findest du hier hier.

Warum mache ich das überhaupt, wenn ich so darüber denke?

Weil es irgendwie dazu gehört… Ich bin seit 2008 bei Facebook – angemeldet im Auslandssemester in England. Da war die Plattform in Deutschland noch überhaupt nicht bekannt. Damals gab es noch StudiVZ. Meine Güte ist das lange her…

Seitdem hat sich die Plattform enorm verändert. Nicht unbedingt zum Positiven. Aus dem privaten Netzwerk wurde ein Business-Modell. Eine Entwicklung, die ich eher kritisch betrachte. Super finde ich die Facebook-Gruppen, um mich mit Gleichgesinnten auszutauschen, ohne sich jedes Mal bei einem Forum anmelden zu müssen.

Als Bloggerin lerne ich derzeit sehr viel über die Plattformen dazu: Was funktioniert, was nicht funktioniert und über mich selbst als Mensch – was ich will und vor allem was ich NICHT will! Es ist dieser Lernprozess, der mich reizt. Wenn ich in einem Jahr allerdings feststelle, dass das Zeit-Leistung-Verhältnis nicht stimmt, dann werde ich mich als „aktive Posterin“ aus den sozialen Netzwerken verabschieden. Denn das Leben ist zu kurz, um es vor einem Bildschirm zu verbringen.

Wie siehst du das? Nutzt du Instagram und / oder Facebook? Wie viel Zeit verbringst du in sozialen Medien?

Teile diesen Blogartikel

Das bin ich: Miriam von Mama liebt Listen

Hi, ich bin Miriam

Unter dem Motto #MachdirdasLebenleichter erzähle ich dir aus meinem Leben mit Kind und gebe dir meine besten Tipps an die Hand, um dich im Alltag besser zu organisieren. Immer mit dabei: mein Bullet Journal, eine geniale Mischung aus Kalender, Notizbuch, ToDo-Liste und Tagebuch!

4 Antworten

  1. Du sprichst mir aus der Seele, man verliert viel zu viel Lebenszeit durch Social Media. Und ich finde Instagram ebenfalls extrem anstrengend fürs Gemüt. Hunderte Fotos ohne Aussagekraft. Selbstverliebte Menschen, die permanent Selfies von sich machen. Frl. A beim Frühstück, Frl. A. am Strand, am Berg, im Auto ….. Mich nerven diese Selbstdarsteller EXTREM, aber ich dachte, ich hab vielleicht einfach nur eine zu negative Einstellung dazu. Hab versucht, auch jedes Kaffeehäferl und jedes noch so unwichtige Detail aus meinem Leben auf Insta zu stellen. Ja – ich bekomm Follower, aber die landen dann sicher nicht auf meinem Blog um dort die Informationen zu lesen, derentwegen ich den Blog ja schreibe. Also empfinde ich Insta immer mehr als Zeitverschwendung.
    Wenn ich Google Analytics anschau, kommt der Hauptteil meiner Besucher über Google Suchmaschine, dann ein ebenfalls großerTeil über Facebook, dicht gefolgt von den Leuten, die direkt meine Website anwählen. Instagram? Fehlanzeige !!!

    Derzeit konzentrier ich mich stark auf meinen Newsletter und bin am Überlegen, wie ich den noch ein bisschen attraktiver machen kann. Keine Opiton ist, den Leuten jeden 2. Tag einen Newsletter zu senden. Weil das NERVT extrem. Zumindest mich. Wenn da zuviel kommt, lösche ich die selbst ja auch, ohne sie zu lesen.

    1. Liebe Doro, der Newsletter ist derzeit auch mein Hauptaugenmerk 😃 Ich werde demnächst meinen 1. Monatsrückblick versenden, der auch als Blogbeitrag erscheint. Darin verlinke ich dann alle in diesem Monat veröffentlichten Blogartikel. Mal sehen, wie das ankommt. Ich hoffe, auf diese Weise meine Abonnenten auf dem Laufenden zu halten, ohne sie zu „zuspamen“ 😊

  2. Liebe Miriam,

    ich sehe das alles auch mit gemischten Gefühlen. Die Zeit, die man auf Social Media (von den Betreibern gewollt) verschwendet, ist unglaublich. Wenn ich eine Mitteilung bekomme und die App öffne, ist es eigentlich schon sicher, dass ich mir doch die ein oder andere Story anschaue und dann durch kreuz und quer klicken doch wieder irgendwo lande, wo ich mich dann eine halbe Stunde lang – häufig aber auch länger – berieseln lasse. Im Grunde ohne Sinn und Verstand.

    Selbst posten ist für mich auch eher anstrengend. Als ich mich Mitte 2014 bei Instagram angemeldet habe, fand ich es super einfach Fotos aus meinem Alltag zu posten. Das hat sich mittlerweile aber so sehr in alle möglichen Richtungen verändert, dass ich es ehrlich gesagt einfach nur anstrengend finde. Ich habe einfach keine Lust ewig an einem Post herumbasteln zu müssen, nur weil die Erwartungen so hoch sind. Wobei ich mich da auch gerade frage, ob es wirklich die Erwartungen der anderen sind, die meinen Perfektionismus ansprechen, oder ob es meine eigenen sind, die ich dahinein projiziere.

    In jedem Fall ist mir diese Unbeschwertheit der Anfangszeit aus Instagram total verloren gegangen. Wenn ich poste, sind die Beiträge nur noch wenig wirklich ICH – und das ist super schade. Wenn dieses Anfangsgefühl irgendwann wieder kommt, werde ich vermutlich auch mal mehr auf Instagram und Co machen. Aber solange das fehlt, kann ich mich nur schwer ermutigen.

    Ich bin übrigens auch schon seit 2008 auf Facebook, weil wir damals amerikanische Austauschstudenten an der Uni hatten. Damals konnte ich mit Facebook überhaupt nichts anfangen, weil ich gar nicht verstanden habe, was man überhaupt machen kann. Irgendwann kamen dann die ganzen Spiele á la Farmville und später wurde es dann zu diesem Businesskonzern, der es heute ist.

    Auf jeden Fall konzentriere ich mich erstmal auf meinen Blog und werde dich vermutlich demnächst noch mal wegen SEO und Pinterest fragen 😉

    Viele liebe Grüße und ein schönes Wochenende
    Marina

    1. Ja, die eigenen Erwartungen und die Erwartungen, welche die anderen haben (könnten) sind auch für mich ein ganz großes Thema – wie wahrscheinlich für jeden Perfektionisten. Ich finde vor allem, dass der persönliche Charakter der Netzwerke in den letzten Jahren total verloren gegeangen ist und von einer Werbeindustrie abgelöst wurde, die keine Grenzen (mehr) kennt. Das ist sehr schade 🙁 Ich kann mich noch an Zeiten erinneren, wo ich Facebook-Freunde „gesammelt“ habe, um möglichst viele virtuelle Haustiere zu pflegen *lach* Lass uns gerne in Kontakt bleiben. Viele Grüße Miriam

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

 

Das könnte dir auch gefallen

# Mach Dir das Leben leichter