Multitasking ade! Wie ich Dinge wirklich geregelt kriege
Lange dachte ich, Multitasking sei meine Superkraft. Was sich veränderte, als ich anfing, mich auf eine Aufgabe zu konzentrieren, hat mich selbst überrascht.
Inhaltsverzeichnis
Morgens läuft bei mir oft alles gleichzeitig: Frühstück machen, Brotdosen packen, nebenbei das Handy checken. Es könnte ja eine Nachricht von der Schule dabei sein. Im Kopf gehe ich dann die To-do-Liste für den Tag durch. Das fühlt sich zwar produktiv an, aber am Ende bin ich oft müde und genervt. So ging es mir lange Zeit.
Irgendwann habe ich gemerkt, dass nicht die Menge der Aufgaben das Problem ist, sondern die Art, wie ich versuche, alles gleichzeitig zu erledigen.
Multitasking klingt wie eine Superkraft. Vor allem im Mama-Alltag scheint es manchmal die einzige Möglichkeit zu sein, überhaupt etwas zu schaffen. Aber ist das wirklich die Lösung?
Warum Multitasking im Mama-Alltag nicht funktioniert
Lange habe ich geglaubt, Multitasking sei einfach normal. Dass ich Dinge parallel erledige, weil es im Alltag anders gar nicht geht. Beim Lesen von Getting Things Done* von David Allen bin ich dann über eine Erklärung gestolpert, die meinen Blick darauf verändert hat.
Der Begriff Multitasking stammt ursprünglich aus der Computerwelt der 60er Jahre. Maschinen können tatsächlich mehrere Prozesse gleichzeitig abarbeiten – etwa Daten laden und parallel rechnen.
Bei uns Menschen funktioniert das anders. Unser Gehirn arbeitet nicht parallel, sondern springt ständig von einer Aufgabe zur nächsten. Dieses Umschalten kostet Energie. Ganz ohne das irgendwo ein Kind schreit.
Im Alltag heißt das für mich: Ich brauche für vieles länger, mache mehr Fehler und bin am Ende unzufrieden.
Irgendwann habe ich aufgehört, dagegen anzukämpfen. Nicht mit mehr Planung oder besseren Tools, sondern mit einer kleinen, aber unbequemen Entscheidung: Ich mache Dinge nacheinander statt gleichzeitig.
Wie Single Tasking für mich aussieht
Single Tasking klingt erstmal unspektakulär. Für mich bedeutet es vor allem, einer Sache für einen Moment meine volle Aufmerksamkeit zu schenken und den Rest bewusst liegen zu lassen.
Das fühlt sich am Anfang ungewohnt an. Vor allem im Mama-Alltag, in dem immer irgendwo etwas gleichzeitig passiert. Aber genau dieses bewusste Nicht-Reagieren hat bei mir den größten Unterschied gemacht.
Wenn ich zum Beispiel die Spülmaschine ausräume, räume ich sie aus. Ohne nebenbei Nachrichten zu lesen oder schon an den nächsten Punkt auf meiner Liste zu denken.
Wie ich angefangen habe, anders zu planen
Getting Things Done (kurz GTD) war für mich der Anfang. Nicht, weil ich plötzlich perfekt organisiert war, sondern weil ich zum ersten Mal verstanden habe, dass mein Kopf kein guter Speicherort ist.
Ich habe zwar schon früher Dinge aufgeschrieben, aber ohne klare Struktur. GTD hingegen hat mir geholfen anfallende Aufgaben, klar zu unterscheiden.
Die folgende Übersicht zeigt vereinfacht das Grundprinzip aus Getting Things Done: Aufgaben werden nicht gleichzeitig erledigt, sondern Schritt für Schritt sortiert bis klar ist, was als Nächstes dran ist.
Dieses Denken hat meine Art zu planen nachhaltig verändert. Die Salami-Taktik, also große Aufgaben in kleine, machbare Schritte zu zerlegen, ist bis heute die Grundlage für all meine „So plane ich …“-Beiträge.
Als ich später die Bullet-Journal-Methode entdeckte, fügte sich alles zusammen. Beides nutze ich, um heute meinen Mama-Alltag zu organisieren.
Bonus: Seitdem ich das so mache, schlafe ich auch viel besser.
Wie ich heute mit Aufgaben umgehe
Planung bedeutet für mich nicht, jeden Tag durchzutakten oder alles im Griff zu haben. Aber wenn Aufgaben einmal aufgeschrieben sind, schwirren sie nicht mehr ständig in meinem Kopf herum. Ich sehe, was ansteht und kann mich dann auf das konzentrieren, was ich gerade mache. Single Tasking statt Multitasking eben.
Selbst mit einem guten Plan ist es schwer, fokussiert zu bleiben. Mama-Rufe hier, Smartphone da und schon bin ich raus. Diese vier einfachen Tipps helfen mir dabei, trotzdem konzentriert zu bleiben. Zumindest für eine gewisse Zeit.
1. Ein Zeichen setzen
Im Büro schließe ich einfach die Tür. Tür zu heißt: Ich bin gerade nicht ansprechbar.
Zuhause mit Kind habe ich mir etwas anderes überlegt. Ich stelle einen Timer und sage: „Ich brauche jetzt 20 Minuten, dann bin ich wieder da.“ Das funktioniert. Nicht immer sofort, aber mit der Zeit immer besser.
2. Fokus-Musik statt Hintergrund-Gewusel
Ruhige Musik über Kopfhörer hilft mir, in den Flow zu kommen. Das funktioniert im Büro hervorragend und ist auch ein Signal für meine Kollegen im Großraumbüro, dass ich nicht gestört werden möchte.
Zuhause mache ich mir vor allem bei der Hausarbeit ein Hörbuch an. Vorher sage ich meiner Tochter Bescheid, wo sie mich findet, sollte etwas sein.
3. Handy ausser Sichtweite
Ob ich es will oder nicht: Mein Handy lenkt ab. Immer.
Zuhause lege ich es bewusst in einen anderen Raum. Auf der Arbeit nutze ich den Konzentrationsmodus, um alle störenden Benachrichtigen für die Zeit zu blockieren, aber im Notfall trotzdem erreichbar zu sein.
4. Andere bewusst kurz warten lassen
Das ist vielleicht der schwierigste, aber wichtigste Punkt. Ich bitte andere Menschen auch mal um Geduld:
Ich mache das hier kurz fertig. Dann bin ich bei dir
Alle Tipps im Überblick
Tür schließen oder einen Timer stellen, um in Ruhe zu arbeiten
Hintergrundgeräusche mit Fokus-Musik ausblenden
Handy außer Sicht- und Reichweite, um Ablenkung zu vermeiden
andere bewusst warten lassen
Multitasking kurz & knapp
Multitasking funktioniert nicht.
Unser Gehirn springt zwischen Aufgaben hin und her.
Es hilft, sich auf eine Aufgabe zu konzentrieren.
Am besten eine große Aufgabe in viele kleine zerlegen.
Fazit: Weniger gleichzeitig, mehr Fokus
Ich habe lange gedacht, dass Multitasking einfach dazugehört, um den Mama-Alltag zu wuppen. Aber ganz ehrlich? Am Ende war ich zwar beschäftigt, aber nie wirklich zufrieden.
Den Alltag mit Kindern zu organisieren, ist selten einfach. Aufgaben herunterzubrechen und mich auf eine Sache zu konzentrieren statt auf Multitasking zu setzen, hat für mich viel verändert. Ich bin heute nicht perfekt organisiert und das will ich auch gar nicht sein. Aber ich habe öfter das Gefühl, dass ich die Dinge geregelt kriege. Und das reicht mir.
Mich interessiert: Wie gehst du mit dem Gefühl um, ständig alles gleichzeitig erledigen zu müssen? Was hilft dir, den Fokus zu behalten? Schreib mir gern in die Kommentare.
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Ich habe eine Tochter und liebe Listen. Unter dem Motto #MachdirdasLebenleichter blogge ich seit April 2021 und teile mit dir meine Erfahrungen: was im stressigen Mama-Alltag funktioniert und was nicht.
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