Ich habe mir bereits vor Jahren angewöhnt, meine Gedanken und ToDos sofort aufzuschreiben. Das muss auch gar nicht schön oder bereits sortiert sein.
So bekomme ich den Kopf frei. Für Dinge, die mir wirklich wichtig sind. Und genau dann kann ich den Moment (meistens) bewusst genießen.
Trotzdem erwische ich mich immer wieder dabei, wie mir das NICHT gelingt. Vor allem an Tagen, an denen mein Kopf einfach zu voll ist: der Job, neue Ideen für den Blog, Ferienplanung, das nächste Playdate oder einfach Sachen für den Einkaufszettel.
Dann passiert etwas, das mir hinterher immer wieder leidtut: Unsere Tochter möchte mir etwas erzählen oder mit mir spielen und ich bin gedanklich ganz woanders.
Wie der Zufall es manchmal so will, habe ich genau an so einem Punkt den Poscast myMONK entdeckt. Und ich musste schmunzeln, weil Tim Schlenzig scheinbar viele der gleichen Bücher liest wie ich.
Hier findest du die ganze Podcast Folge: #228 Du fühlst dich überfordert? Das hilft wirklich
Doch bevor ich zu meinen Gründen komme, möchte ich kurz zeigen, was im Alltag häufig dahintersteckt.
Warum wir uns so oft überfordert fühlen
Dieses Gefühl kenne ich nicht nur von mir selbst. Überforderung ist inzwischen fast ein Massenphänomen geworden. In unserer Leistungsgesellschaft scheint es ganz normal zu sein, immer mehr in immer kürzerer Zeit zu erledigen.
Das Ergebnis sind endlos lange ToDo Listen und irgendwann die Frage: Wann soll ich das alles eigentlich schaffen? Vor allem die unsichtbare ToDo Liste bezeichnen wir Mütter heute als Mental Load.
Auch ich tappe immer wieder in diese Falle. Trotz all der Tipps und Methoden, über die ich hier im Blog schreibe. Trotzdem bleibt da oft dieses Gedankenkarussell im Kopf.
Genau deshalb habe ich mich gefragt, was passiert, wenn wir bewusst einen Schritt zurückgehen und uns stärker auf den Moment konzentrieren.
3 Gründe, warum es sich lohnt, im Hier und Jetzt zu leben
Im Alltag denken wir ständig an morgen, nächste Woche oder an das nächste große Ziel. Dabei übersehen wir leicht, dass vieles genau in diesem Moment passiert.
Drei Gedanken haben mir geholfen, den Fokus wieder stärker auf das Hier und Jetzt zu richten.
1. Die Zukunft kann uns lähmen
Sobald wir anfangen, über die Zukunft nachzudenken, beginnt sich unser Gedankenkarussell zu drehen: Pläne, Möglichkeiten und Erwartungen. Ode wie Tim in seinem Podcast sagt:
Die Möglichkeiten zu Siegen und zu Scheitern sind endlos
Manchmal führt das dazu, dass wir gar nicht erst anfangen. Aufschieberitis lässt grüßen. Der Fachbegriff dafür ist übrigens Prokrastination.
Tim schlägt folgendes vor:
Wir können Arbeit nur dann genießen, wenn wir nicht an das Ergebnis denken
Wenn wir unseren Fokus also auf das Hier und Jetzt richten satt auf die Zukunft, verlangsamen wir das Gedankenkarussell oder halten es sogar an. Genau deshalb funktionieren Dinge wie Meditation oder kurze Pausen so gut.
Einige Ideen für kurze Auszeiten vom Alltag habe ich hier aufgeschrieben.
2. Eile sorgt für unnötigen Stress
Warum haben wir eigentlich ständig das Gefühl, uns beeilen zu müssen?
Eile ist eine Stressreaktion unsere Körpers. Er schüttet dabei Adrenalin aus und das kann im schlimmsten Fall süchtig machen. Häufig ist dieses Gefühl selbst die Ursache für Stress.
Dagegen hilft oft etwas ganz Einfaches: Das Tempo bewusst herausnehmen.
Dazu eine kleine Anekdote aus der Zeit, als meine Tochter noch zur Tagesmutter ging:
Morgens war ich häufig gestresst, weil ich pünktlich im Büro sein musste. Also habe ich sie meistens einfach getragen. Das ging schneller.
Irgendwann wollte sie aber selbst die Treppe hinunterlaufen. Sie war etwa 18 Monate alt und noch ziemlich wackelig auf den Beinen. Ich brachte es nicht übers Herz, nein zu sagen. Also nahmen wir uns Zeit und gingen gemeinsam Stufe für Stufe.
Überraschenderweise kam ich danach sogar deutlich seltener zu spät.
3. Die Vergangenheit kann uns festhalten
Während wir oft über die Zukunft grübeln, schauen wir gleichzeitig immer wieder in die Vergangenheit. Ein Punkt, auf den Tim im Podcast übrigens nicht näher eingeht.
Ich finde aber, dass uns unsere Erfahrungen prägen. Sie haben uns zu dem Menschen gemacht, der wir heute sind.
In meiner eigenen Familie habe ich leider Menschen, die der Vergangenheit nachtrauern und so nicht erkennen, was alles möglich ist.
Und es stimmt: Die Vergangenheit lässt sich nicht verändern. Was wir verändern können, ist unser Blick darauf.
Wenn wir akzeptieren, was war, entsteht Raum für neue Möglichkeiten. Und plötzlich wird klar: Viele Dinge können wir tatsächlich beeinflussen: Schritt für Schritt.
Und genau hier kommt das Hier und Jetzt wieder ins Spiel. Denn verändern können wir immer nur den nächsten Schritt. Nicht gestern und auch nicht morgen.
Doch wie gelingt das im Alltag, wenn der Kopf wieder einmal voller Gedanken ist?
Das hilft mir bei Überforderung
Dies einfache Dinge helfen mir, mich besser auf den Moment im Hier und Jetzt zu konzentrieren:
- Zeit nehmen und das Tempo bewusst herunterfahren.
- Prioritäten setzen, auch wenn es schwer fällt.
- Mithilfe der Salami-Taktik große Aufgaben in kleine Schritte zerlegen.
- Den Fokus auf die vorliegende Aufgabe richten.
- Sofort handeln statt lange grübeln.
- Stichwort: 2-Minuten-Regel z. B. den Teller direkt in die Spülmaschine stellen.
Weitere Tipps, um Mental Load im Mama-Alltag zu reduzieren, habe ich hier gesammelt.
Fazit: Das Leben passiert jetzt
In meinem Leben ging es immer wieder auf und auf. Dabei habe ich gelernt: Wir können nicht alles kontrollieren. Weder die Vergangenheit noch die Zukunft. Was wir beeinflussen nur den Moment, in dem wir gerade sind.
Vielleicht geht es deshalb gar nicht darum, perfekt organisiert zu sein. Sondern immer wieder bewusst innezuhalten. Den Moment im Hier und Jetzt wahrzunehmen.
Manchmal reicht dafür schon ein Spaziergang, ein Gespräch mit dem eigenen Kind oder einfach ein paar ruhige Minuten für sich selbst.
Denn das Leben passiert nicht morgen. Es passiert jetzt.
Das Buch aus dem Podcast
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