Ausmisten klingt erstmal nach einer großen Aufgabe. Zumindest fühlt es sich bei mir oft so an. Die Schränke sind voll, irgendwo stapeln sich Dinge und allein der Gedanke daran, „jetzt mal richtig auszumisten“, reicht schon, um wieder etwas anderes zu machen.
Das größte Problem ist dabei für mich selten das Aussortieren selbst, sondern die Frage: Wo soll ich anfangen, ohne dabei die ganze Wohnung auf den Kopf zu stellen? Genau deshalb habe ich lange gezögert oder gar nicht erst angefangen.
Heute gehe ich anders an das Thema heran. Mit kleinen Bereichen, klaren Entscheidungen und ohne zusätzliches Chaos.
Klein anfangen statt alles auf einmal
Ausmisten heißt für mich nicht, alles auf einmal zu erledigen. Gerade am Anfang hilft es mir, klein zu starten und mir überschaubare Bereiche vorzunehmen. Eine Schublade, ein Regalboden oder eine Ecke im Flur reichen für mich völlig aus, um loszulegen. So schaffe ich Stück für Stück Ordnung.
Bevor ich loslege
Bevor ich mit dem Ausmisten anfange, halte ich kurz inne. Nicht, um groß zu planen, sondern um mir klarzumachen, was ich mir heute vornehme. Meist ist das nur eine Schublade oder ein kleiner Bereich. Mehr nicht.
Mir hilft es außerdem, den Rest der Wohnung bewusst in Ruhe zu lassen. Ich räume nichts um, was nicht zu meinem aktuellen Bereich gehört. So entsteht kein Chaos und ich kann mich auf das konzentrieren, was gerade dran ist.
Schritt für Schritt Ausmisten
Für mich funktioniert Ausmisten am besten, wenn ich mir den Weg möglichst einfach mache.
1. Ich wähle meine „Kampfzone“
Ich schaue mich zuerst um und entscheide mich ganz bewusst für einen Bereich, der überschaubar ist. Unsere Kommode im Flur zum Beispiel.
Mir ist wichtig, schnell ein Ergebnis zu sehen. Das motiviert mich, weiterzumachen.
2. Ich arbeite in kleinen Zonen
Solche größeren Möbelstücke teile ich mir gedanklich weiter ein. Jede Schublade ist eine eigene Zone. So bleibt der Bereich überschaubar und ich verliere nicht den Überblick.
P. S.: Den Kleiderschrank im Schlafzimmer lasse ich am Anfang bewusst außen vor. Das ist eine eigene Baustelle.
3. Ich räume alles aus
Ich hole nur den Inhalt dieser Zone heraus. Mehr nicht. So bleibt der Rest der Wohnung ruhig und ich vermeide genau das Chaos, vor dem ich eigentlich Angst habe.
Wenn alles draußen ist, wische ich kurz durch oder sauge die Schublade aus. Das gibt mir das Gefühl, wirklich neu zu starten.
4. Ich sammle gleiche Dinge ein
Wenn mir auffällt, dass ich mehrere gleiche Dinge habe, hole ich diese dazu. Egal, wo sie sonst liegen. Erst wenn ich alles vor mir sehe, kann ich gut entscheiden, was bleiben darf und was gehen kann.
Diese Idee stammt übrigens von Sabine von Ordnungsliebe auf YouTube, die mich zu diesem Beitrag inspiriert hat.
5. Kaputtes darf gehen
Alles, was kaputt ist oder nicht mehr funktioniert, sortiere ich direkt aus. Diese Entscheidung fällt mir meist leichter als gedacht.
6. Ich höre auf mein Bauchgefühl
Bei manchen Dingen merke ich sofort, dass sie eher schlechte Gefühle auslösen. Dann dürfen sie gehen. Und wenn mir das bei einzelnen Dingen noch schwerfällt, ist das okay. Dann lege ich diese beiseite und entscheide später.
7. Ich gebe den Dingen einen festen Platz
Alles, was bleibt, bekommt einen festen Platz. Das macht den größten Unterschied, weil ich später weiß, wo etwas hingehört und nicht wieder alles durcheinandergerät.
Bei uns hat zum Beispiel jede Schublade in der Kommode im Flur eine eigene Kategorie: Anleitungen, Batterien, Kabel, Sonnenbrillen. Daneben Mützen und Handschuhe.
Tipps für noch mehr Motivation
Wenn mir zwischendurch die Lust ausgeht, helfen mir ein paar kleine Tricks, dranzubleiben.
- Ich setze mir einen Timer. Oft sind es zehn Minuten pro Schublade. Das klingt wenig, reicht aber völlig aus. Wenn die Zeit begrenzt ist, lasse ich mich weniger ablenken und bleibe bei der Sache.
- Ich mache Vorher-Nachher-Fotos. Gerade bei Schubladen ist der Unterschied oft größer, als ich erwartet habe. Und wenn ich später wieder aufräume, weiß ich genau, wie alles gedacht war.
- Ich höre Musik. Mit Musik fällt mir das Ausmisten leichter. Meist läuft bei mir dabei Leichtes Gepäck von Silbermond. Passt irgendwie gut zum Thema.
Damit es ordentlich bleibt
Ausmisten ist für mich nur der Anfang. Damit Ordnung im Alltag bleibt, nutze ich einen einfachen Wochenputzplan. Du kannst ihn dir hier herunterladen.

Fazit: Mit dem Ausmisten anfangen heisst nicht, alles auf einmal zu schaffen
Mit dem Ausmisten anzufangen bedeutet für mich nicht, sofort perfekte Ordnung zu schaffen. Auch heute entsteht bei uns wieder Unordnung – trotz guter Vorsätze. Der Unterschied zu früher ist, wie ich damit umgehe. Ich weiß inzwischen, dass ich nicht alles auf einmal lösen muss. Eine Schublade reicht für den Anfang.
Wenn du nach den ersten Schritten merkst, dass es beim Ausmisten weniger um Technik und mehr um Entscheidungen geht, habe ich meine Erfahrungen dazu in Ausmisten wie ein Profi aufgeschrieben.
Mich würde interessieren: Hast du schon angefangen auszumisten? Oder steht noch eine bestimmte Ecke auf deiner Liste? Schreib mir gern in die Kommentare.

