8 Grundregeln für ein aufgeräumtes Zuhause

Mit Kindern habe ich schnell gemerkt: Ordnung beginnt nicht mit dem Staubsauger, sondern damit, erst einmal Platz zu schaffen.
Inhaltsverzeichnis

Kennst du den Spruch: „Gerade war es noch aufgeräumt. Schade, dass du es verpasst hast“?  Gerade mit Kindern fühlt sich Ordnung oft wie ein kurzer Moment an. Kaum ist alles an seinem Platz, sieht es schon wieder anders aus.

Ein aufgeräumtes Zuhause im Familienalltag hat deshalb wenig mit Disziplin zu tun. Und perfekt aufgeräumt ist es bei uns nur, wenn Mann und Kind nicht zu Hause sind. Sondern davon, welche Regeln für deine Familie funktionieren und welche nicht.

Ordnung entsteht bei uns übrigens nicht zufällig, sondern durch ein paar einfache Prinzipien. Warum das so ist, habe ich hier ausführlicher aufgeschrieben.

Bevor ich dir ein paar Grundregeln vorstelle, die mir geholfen haben, dauerhaft Ordnung zu halten, möchte ich kurz erklären, warum Ordnung für jeden anders funktioniert.

Ordentlich bedeutet für jeden etwas anderes

Ob und wie ordentlich jemand ist, hängt stark vom eigenen Charakter und der Erziehung ab. Spannungen entstehen meistens dann, wenn Menschen mit ganz unterschiedlichem Ordnungsbedürfnis zusammenleben. Und Kinder müssen Ordnung halten aktiv lernen.

Mein Mann und ich sind das beste Beispiel. Ein aufgeräumtes Zuhause bedeutet für mich, dass alles an seinem Platz liegt. Alle Oberflächen sind frei – bis auf die Deko vielleicht. Und ich kann die Böden saugen, ohne Angst zu haben, dass Kleinteile auf Nimmerwiedersehen im Staubsauger verschwinden.

Mein Mann gehört eher zum Typ Bastler und Tüftler. Egal ob Schreibtisch, Garage oder Werkstatt – es herrscht „kreatives“ Chaos. Ich bin gerne kreativ, und trotzdem ist mein Schreibtisch (nach getaner Arbeit) immer aufgeräumt. Denn erst, wenn aufgeräumt ist, kann ich zur Ruhe kommen und entspannen.

Die Lösung: Ich habe ihm Chaos-Ecken eingerichtet, die ich bewusst nicht aufräume, z. B. seinen Schreibtisch. Dort landet alles, bei dem ich nicht weiß, wohin damit. Ja, das missfällt ihm. Dann bleibt ihm nämlich nichts anderes übrig, als selbst aufzuräumen.

Warum Ordnung bei uns kein Zufall ist, habe ich hier aufgeschrieben.

8 Grundregeln für mehr Ordnung

Für die Grundordnung in unseren gemeinsam genutzten Räumen gelten daher folgende Regeln. Spoiler: Nicht alle halten sich konsequent daran. Deswegen ist tägliches Speed Cleaning Pflicht (siehe Regel Nr. 7).

1. das OHIO-Prinzip für ein aufgeräumtes Zuhause

OHIO ist die Abkürzung für ONLY HANDLE IT ONCE d. h. alles, was du bereits in der Hand hast, solltest du gleich erledigen z. B. den Gegenstand zurück an seinen Platz legen.

Klingt simpel, und dennoch schafft es mein Mann, die Schranktür offen stehen zu lassen, nachdem er etwas herausgenommen hat. Stichwort: 30-Sekunden-Regel.

Besonders gut lässt sich diese Regel in der Küche anwenden. Nach dem Prinzip Clean as you cook bzw. Clean as you go stelle ich beim Kochen ständig Dinge zurück an ihren Platz oder direkt in die Spülmaschine. Und wenn sich das Chaos in der Küche in Grenzen hält, lässt sich das Essen viel besser genießen.

2. Jeder Gegenstand hat einen Platz

Diese Regel kennt jeder. Spätestens seit Marie Kondos Magic Cleaning* Und doch ist sie aus meiner Sicht eine der schwierigsten Grundregeln. Denn ein fester Platz ist eben nicht die Schublade mit Krimskrams (ja, die gibt es bei uns auch).

Für jeden Gegenstand den richtigen Platz zu finden, kann eine Herausforderung sein. Dabei helfen dir folgende Fragen:

  • Wie groß ist der Gegenstand?
  • Wie häufig benötige ich den Gegenstand? Wenn oft, sollte der Aufwand minimal sein, z. B. ein Handgriff weit weg oder in Sichtweite.
  • Wo bzw. in welchem Zimmer benutze ich den Gegenstand? Kurze Wege sparen Zeit und erleichtern das Aufräumen.
  • Kann ich den Gegenstand mit ähnlichen in einer Kiste oder Schublade lagern?

Die Übung eignet sich besonders gut fürs Ausmisten.

Für alles, wofür du keinen festen Platz findest, solltest du dir die Frage stellen: Brauche ich es überhaupt? Macht es mir Freude? Erinnere dich an Marie Kondo. Lautet die Antwort NEIN, darf es gehen.

Wie ich mit dem Ausmisten anfange, ohne alles umzukrempeln, habe ich hier aufgeschrieben.

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3. Weniger Sachen, weniger zum Aufräumen

Beim Thema Ausmisten können wir uns einiges von Minimalisten abschauen. . Ohne regelmäßiges Ausmisten ertrinken wir bald in Spielsachen und zu klein gewordenen Klamotten. Bevor du dir also einen größeren Schrank kaufst, versuche es mit kompromisslosem Ausmisten.

Und nein, der Keller ist kein guter Ort für Dinge, die du irgendwann noch einmal brauchen könntest. Er ist nur ein weiterer Raum, der ausgeräumt werden möchte.

4. Geschlossene Schränke sind oft besser als offene Regale

Apropos Neuanschaffungen: In Design-Shows sehe ich häufig offene Regale für ein „luftiges“ Raumgefühl. Ich persönlich finde solche Regale zwar schick, aber aus zwei Gründen äußerst unpraktisch – nicht nur mit Kindern:

  • Du musst ständig Staub wischen
  • Die (Un)Ordnung ist immer sichtbar

Gleiches gilt für Glastüren. Deshalb habe ich in der Küche erfolgreich Milchglas eingefordert. Das Chaos verschwindet hinter Türen, und der gesamte Raum wirkt sofort ordentlicher.

Spätestens wenn die Schranktür nicht mehr schließt, ist es allerdings Zeit auszumisten. Bis dahin habe ich Pause und ein aufgeräumtes Zuhause!

5. Ab in die Kiste für ein aufgeräumtes Zuhause

Lose Gegenstände lassen sich prima in Kisten verstauen statt diese ordentlich zurück in den Schrank zu stellen. So räumen auch Kinder gerne auf. Vorausgesetzt die Gegenstände sind nicht zerbrechlich. Und wer mag, kann ein Label darauf kleben. Dann wissen alle, was in die Kiste gehört (siehe Regel 2)

Ein Vorteil von Schränken bzw. Kisten: Das Ausmisten zwischendurch fällt viel leichter. Ein Schrank, eine Schublade oder eine Kiste kostet maximal zehn Minuten.

Wenn du jetzt wissen willst, wie ich das konkret umsetze, lies hier weiter.

6. Alles, was hängt, ist besser als stehen oder liegt

Für mich ein Gamechanger in meiner Putzroutine: Ich spare Zeit, indem ich weniger Gegenstände in die Hand nehme, um Oberflächen darunter zu wischen. P. S. Ich hasse Staub wischen.

Ein Beispiel: Im Bad habe ich Kinderaufsatz für die Toilette mit einem Nagel daneben befestigt. Auch Seife und Zahnputzbecher hängen an der Wand. So ist das Bad blitzschnell sauber, ohne vorher lange alles beiseite zu räumen.

7. Tägliches SpeedCleaning

Stimmt das Umfeld, reichen in der Regel 15 Minuten am Tag für ein aufgeräumtes Zuhause. Morgens und abends gehe ich meine Runde durch unsere Wohnung und räume alles zurück an seinen Platz. Dabei habe ich vor Kurzem die Körbchen-Methode für mich entdeckt. So geht Ordnung schaffen noch viel schneller. Wie Speed Cleaning funktioniert, erkläre ich dir hier.

Ein wichtiger Tipp von TheMinimalMom, damit Speed Cleaning noch leichter fällt: Verkehrsflächen freihalten! Denn Kram zieht zwangsläufig anderen Kram an.

Ich versuche, auf solche „Haufen“ zu verzichten. Diese sehen immer unordentlich aus. Ein solcher Magnet für Kram ist unsere Kommode im Flur.

Noch besser: große, sperrige Gegenstände, die du nur manchmal brauchst, im Schrank verstauen. Unser Thermomix verschwindet z. B. regelmäßig in einer Schublade. Bei Bedarf ist das Gerät schnell zu Hand. Das schafft freie Fläche zum Arbeiten in unserer eher kleinen Küche. Das musste sogar mein Mann einsehen.

8. Ein perfekt aufgeräumtes Zuhause gibt es nur auf Instagram

Egal, was dir soziale Medien vorgaukeln: Niemand hat ein perfekt aufgeräumtes Zuhause. Und jeder braucht ein anderes Maß an Ordnung. Diese Lektion musste ich selbst erst lernen.

Irgendwo dazwischen liegt das Mittelmaß, damit sich daheim alle wohlfühlen. Also lege deinen Perfektionismus beiseite. Der hat im Familienalltag einfach keinen Platz.

Wenn du ein dauerhaft aufgeräumtes Zuhause möchtest, helfen dir diese Grundregeln und ein Wochenputzplan dabei, Ordnung Schritt für Schritt in deinen Alltag zu integrieren. Du kannst ihn hier herunterladen.

Mockup Freebie Putzroutine

Die 8 Grundregeln im Überblick

  • Dinge nur einmal in die Hand nehmen (OHIO)
  • Jedem Gegenstand hat einen festen Platz
  • Regelmäßig ausmisten
  • Geschlossene Schränke statt offene Regale
  • Mit Kisten arbeiten
  • Dinge aufhängen statt hinstellen
  • Täglich 15 Minuten Speed Cleaning
  • Perfektion loslassen

Welcher Ordnungstyp bist du? Mach den Test

Und damit sind wir zurück am Anfang. Wie viel Ordnung es sein muss und wie viel sichtbaren Kram wir „ertragen“, ist Typsache. Cassandra von Clutterbug hat 4 verschiedene Ordnungstyp definiert

  • Ladybug
  • Butterfly
  • Cricket
  • Bee

Den Test ist auf Englisch. Ich bin übrigens ein Ladybug. Deshalb auch meine Vorliebe für geschlossenen Schränke und Kisten. Welcher Ordnungstyp bist du? Schreibe es mir gerne in den Kommentare.

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Hi, ich bin Miriam

Ich habe eine Tochter und liebe Listen. Unter dem Motto #MachdirdasLebenleichter blogge ich seit April 2021 und teile mit dir meine Erfahrungen, um dich im Mama-Alltag besser zu organisieren. Immer mit dabei: mein Bullet Journal, eine geniale Mischung aus Kalender, Notizbuch, ToDo-Liste und Tagebuch!

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2 Kommentare

  1. Ich bin ein Cricket und find mich darin total wieder :). Ich mags gerne aufgeräumt und gut organisierte Schränke, aber tendiere dabei auch zu Perfektionismus und mach damit mir selber und meinem Umfeld Stress. Deshalb spricht mich auch dein letzter Punkt, sich vom Perfektionismus zu verabschieden und zu akzeptieren, dass jeder anders ist so wichtig.

    Ich bin Fan der „Keine leeren Hände“ Regel, das bedeutet, wenn man von einem Platz im Raum zu einem anderen geht, sich immer zu fragen, was kann ich jetzt gleich mitnehmen? Also Wege, die man sowieso geht, gleich dafür zu nutzen etwas wegzuräumen.
    Funktioniert nicht immer, aber die „Keine leeren Hände“ Regel ist in unserer Familie schon der Running Gag 😉

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