Es ist Samstag. Du hast gerade zwei Stunden die Wohnung geputzt, während dein Mann mit den Kindern einkaufen ist. Du denkst: Endlich fertig! Das Wochenende kann beginnen. Dann kommt die Rasselbande nach Hause. Die Kinder rennen durch den Flur. Du rufst noch: „Bitte zieht die Schuhe vor der Tür aus, ich habe gerade gewischt!“ Doch deine Worte verhallen ungehört.
Dein Mann trägt wortlos die Einkaufstüten in die Küche und stellt sie auf die Arbeitsplatte, damit DUdie Sachen in den Kühlschrank räumen kannst.
Es dauert oft keine fünf Minuten, bis sich dein Zuhause wieder in genau das Chaos verwandelt, das du zuvor mühsam beseitigt hast. Dann kommt noch der Satz:
„Was hast du die letzten zwei Stunden gemacht?“
Dein Frust weicht der Wut und der Streit ist vorprogrammiert.
Ich kenne das. Und ich weiß noch genau, wie ich früher dachte: Ich muss mich einfach besser organisieren.
Heute weiß ich: Das eigentliche Problem lag ganz woanders.
Das eigentliche Problem: Hausarbeit wird nie fertig
Im Haushalt gibt es kein „fertig“. Kein Häkchen. Kein Endergebnis, über das man sich freuen kann. Es geht einfach immer weiter.
Der Wäschekorb ist kurz leer und füllt sich wieder.
Die Spülmaschine ist ausgeräumt und schon wartet die nächste Ladung.
Hausarbeit endet nicht. Und genau das macht sie so zermürbend.
Was hinter dem Frust wirklich steckt
- Hausarbeit wird nie „fertig“.
- Hausarbeit ist kein abgeschlossenes Projekt – leider!
- Unterschiedliche Ansprüche führen zu Konflikten.
- Hausarbeit erzeugt eine Menge Mental Load.
Hausarbeit frustriert nicht, weil wir zu wenig tun, sondern weil wir erwarten, irgendwann wirklich fertig zu sein.
Warum mich Unordnung mehr stresst als andere
Eigentlich ist das Ziel ganz einfach: Wir wollen uns zu Hause wohlfühlen, entspannen, die Batterien wieder aufladen.
Bei mir funktioniert das nur bedingt, wenn überall Unordnung herrscht. Ich werde dann innerlich ganz unruhig. Vor allem dann, wenn ich eigentlich nur zur Ruhe kommen möchte.
Meinen Mann stört das Chaos deutlich weniger. Gemeinsam mit unserer Tochter schaffen es die beiden, die Wohnung in null Komma nichts wieder auf den Kopf zu stellen.
Warum der klassische Putztag für uns keine Lösung war
Ich gebe zu: Auch ich war lange frustriert, wenn ich nach Hause kam und es aussah, als hätte eine Bombe eingeschlagen. Das sorgte bei uns regelmäßig für Streit – vor allem, weil ich lange am Prinzip des klassischen Putztages festgehalten habe.
Ein Tag in der Woche, an dem möglichst alles erledigt wird. Die YouTuberin ClutterBug nennt diesen Typ sehr treffend den Wochenendkrieger.
Genauso habe ich mich gefühlt: Wie eine Kriegerin im Kampf gegen Windmühlen.
Mein eigentlicher Denkfehler
Das Problem war nicht, dass ich zu wenig gemacht habe, sondern dass ich immer alles auf einmal wollte.
Eine komplett aufgeräumte, saubere Wohnung. Am besten sofort. War das zu viel verlangt?
Ja. Nicht, weil ich faul war, sondern weil ich Hausarbeit wie ein Projekt behandelt habe. Und genau das funktioniert im Familienalltag einfach nicht.
Wie ich heute mit Hausarbeit umgehe
Für mich hat sich erst etwas verändert, als ich begonnen habe, Hausarbeit als etwas zu sehen, das einfach zum Familienalltag dazugehört – und nicht als etwas, das man irgendwann „fertig haben“ muss. Seitdem läuft es viel entspannter.
Ich unterscheide heute bewusst zwischen Aufräumen und Putzen und habe für beides eigene Routinen entwickelt.
Wenn du gerade an einem ähnlichen Punkt stehst, findest du hier die Gedanken und Routinen, die mir im Alltag wirklich geholfen haben:
- Wie meine Putzroutine Schritt für Schritt entstanden ist, habe ich hier aufgeschrieben: Mein Weg zur Putzroutine
- Für schnelle Ordnung zwischendurch nutze ich das Prinzip des Speed Cleaning.
- Wie ich meinen Haushalt insgesamt organisiere, findest du hier.
- Und warum die Flylady-Methode für mich nicht funktioniert hat, habe ich ebenfalls festgehalten.
Fazit: Perfekt aufgeräumt ist nie das Ziel
Ich finde, ein Zuhause darf gelebt aussehen. Mit ein paar Grundregeln fühlen sich bei uns ALLE wohler – ganz ohne Dauerputzen und schlechtes Gewissen. Und ohne dass eine Person ständig das Gefühl haben muss, verantwortlich für alles zu sein.
Und wenn doch unerwartet Besuch vor der Tür steht, sage ich einfach
Vorhin war noch aufgeräumt und geputzt. Schade, dass du es verpasst hast!


2 Kommentare
Hallo Miriam,
mit deiner Strategie sprichst du mir aus der Seele!
Okay, ich lebe schon des längeren alleine, aber kann mich noch sehr gut erinnern, wie das früher mit Mann, Kindern, Hund und Katze war. Immer war irgendwo wieder etwas zu verräumen, kaum, dass ich gefühlt fertig war.
Doch ich habe mir dann genau die Gelassenheit angewöhnt, die du propagierst! Fertig ist nie, aber etwas gemacht ist besser als nix.
Und so lebe ich heute noch, schnappe den Staubsauger genau dann, wenn ich die Haare und Krümel entdecke, den Fensterputzlappen, wenn die Sonne mich daran erinnert und ansonsten immer genau nur dann, wenn mir danach ist.
Mein Zuhause, mein Wohlfühlraum.
Und über Schmutz oder Unaufgeräumtheit hat sich dennoch noch nie jemand bei mir beschwert:-)
Grüße
Gabi
Hallo Gabi,
ja, das stimmt. Selbst nimmt man es immer viel schmutziger und unordertlicher wahr als andere – außer meiner Mutter vielleicht… Ich versuche es nicht zu übertreiben mit der Sauberkeit. Ordnung ist für mich allerdings wichtig, um mich selbst wohlzufühlen. Deswegen ist es auch Thema auf meinem Blog 😉
Viele Grüße Miriam