Du nimmst dir fest vor, eine schlechte Gewohnheit abzulegen. Doch nach ein paar Tagen oder Wochen merkst du, dass du immer wieder in die gleichen Muster zurückfällst.
Genau so ging es mir lange Zeit auch. Erst mit der Habit Scorecard habe ich verstanden, welche Gewohnheiten meinen Alltag wirklich bestimmen.
Doch was steckt eigentlich hinter der Habit Scorecard?
Was ist die Habit Scorecard?
Die Habit Scorecard ist eine Technik von James Clear aus seinem Bestseller Atomic Habits*. Darin beschreibt er Strategien, um Gewohnheiten Schritt für Schritt zu verändern, und es ist eines meiner Lieblingsbücher zu diesem Thema.
Die Habit Scorecard setzt dabei ganz vorne und hilft dir, unbewusste Gewohnheiten zu erkennen und zu verstehen, wie diese deinen Alltag beeinflussen. Denn bevor du etwas verändern kannst, musst du wissen, WAS du verändern möchtest. Vielleicht bist du dir überhaupt nicht bewusst, dass eine schlechte Angewohnheit deinem höher gesetzten Ziel im Wege steht.
Es geht bei dieser Übung darum, dir die Abläufe sichtbar zu machen. Diese bewusste Reflexion deiner Gewohnheiten ist der erste Schritt zur Veränderung. Sobald du weißt, welche Gewohnheiten du loswerden möchtest, kannst du gezielt an deren Verbesserung arbeiten.
Die Habit Scorecard hilft dir dabei, Muster zu erkennen und schrittweise neue, positive Gewohnheiten zu etablieren.
Wie funktioniert die Habit Scorecard?
- Schreibe alle Gewohnheiten eines Tages auf, auch die kleinen und scheinbar unbedeutenden.
- Notiere deine Abläufe möglichst konkret. Putzt du dir zum Beispiel die Zähne vor dem Duschen oder danach?
- Beobachte dich am besten über mehrere Tage und ergänze deine Liste Schritt für Schritt.
- Bewerte anschließend jede Gewohnheit als positiv, neutral oder negativ. Orientiere dich dabei an deinem persönlichen Ziel.
Diese Habit Scorecrad ist Teil meiner Habit-Tracker-Vorlage inkl. Cheat Sheet, die du dir hier herunterladen kannst.

Good habits, bad habits? Wie du Gewohnheiten in der Habit Scorecard bewertest
Grundsätzlich hängt die Bewertung von dir und deinen Zielen ab. Was für den einen hilfreich ist, kann für den anderen hinderlich sein.
Oder wie James Clear sagen würde
Es gibt keine guten oder schlechten Gewohnheiten. Es gibt nur wirksame Gewohnheiten. Das heißt, effektiv bei der Lösung eines Problems.
James Clear, Autor von Atomic Habits
Auch schlechte Gewohnheiten erfüllen einen Zweck. Chips vor dem Fernseher zu essen gibt unseren Händen etwas zu tun, während wir einen Film oder Serie schauen. Oft greifen wir dann aus Langeweile in die Schüssel.
Um dir die Übung etwas zu vereinfachen, hier ein paar Beispiele:
- gut: aufwachen, aufstehen, Zähne putzen (engl. good habits)
- neutral: duschen, anziehen, Frühstück vorbereiten, zur Arbeit gehen (engl. neutral habits)
- schlecht: nachdem Aufwachen die Snooze Taste drücken, durch die Social Media surfen, Zigarette rauchen (engl. bad habits)
Abhängig von deinen persönlichen Zielen
- Kaffee trinken: kann neutral sein oder negativ, wenn du weniger oder gar keinen Kaffee mehr trinken möchtest
- Tägliches Wiegen: kann neutral sein oder negativ, wenn es für dich zum Zwang wird und du dich unter Druck setzt, weil du abnehmen möchtest
Was kommt nach der Habit Scorecard?
Ich gebe zu, die Liste mit deinen Daily Habits kann sehr lang werden, wenn du die Übung detailliert durchführst. Der Aufwand lohnt sich, denn nur so erkennst du, an welchen Gewohnheiten du zuerst arbeiten solltest.
Wenn du den Trigger für deine schlechten Gewohnheiten findest, hast du schon halb gewonnen. Weitere Tipps, um erfolgreich neue Routinen zu entwickeln, findest du hier.
Habit Scorecard kurz & knapp
- Eine Habit Scorecard macht tägliche Gewohnheiten sichtbar.
- Gewohnheiten werden im Hinblick auf persönliche Ziele bewertet.
- Es geht nicht um gut oder schlecht, sondern darum, was funktioniert.
- Erst wer Muster erkennst, kann diese bewusst verändern.
Fazit: Mehr Klarheit dank Habit Scorecard
Der erste und wichtigste Schritt, um schlechte Gewohnheiten zu verändern, ist, sie bewusst wahrzunehmen – ganz ohne Schuldgefühle oder Selbstkritik. Die Habit Scorecard hilft dir genau dabei: Du beobachtest dein Verhalten, erkennst Muster und schaffst so die Grundlage für echte, nachhaltige Veränderung.
Jetzt bist du dran: Welche Gewohnheit möchtest du verändern? Und wirst du die Habit Scorecard ausprobieren? Schreibe deine Gedanken und Erfahrungen gerne in die Kommentare.
Das Buch zum Thema
Weitere Fragen zur Habit Scorecard
Kann die Habit Scorecard mir helfen, schlechte Gewohnheiten abzulegen?
Ja, allerdings indirekt. Die Habit Scorecard ist kein „Sofort-Stop“-Tool, sondern ein Analysewerkzeug. Sie hilft dir, Gewohnheiten bewusst zu erkennen und Muster sichtbar zu machen. Erst auf dieser Grundlage kannst du gezielt entscheiden, was du verändern möchtest.
Warum ist es wichtig, meine Gewohnheiten aufzuschreiben und zu bewerten?
Viele Gewohnheiten laufen automatisch ab. Durch das Aufschreiben unterbrichst du diesen Autopiloten. Du schaffst Abstand zu deinem Verhalten und erkennst Zusammenhänge, die dir vorher vielleicht gar nicht aufgefallen sind. Genau dieser Perspektivwechsel ist der erste Schritt zur Veränderung.
Wie oft sollte ich meine Habit Scorecard überprüfen?
Für den Einstieg reicht ein Tag. Wenn du ein vollständigeres Bild bekommen möchtest, dokumentiere mehrere Tage oder eine ganze Woche. Wiederhole die Übung nach einiger Zeit, um zu sehen, ob sich Muster verändert haben.
Was mache ich, wenn ich eine negative Gewohnheit identifiziert habe?
Beobachte zunächst den Auslöser. Wann tritt die Gewohnheit auf? In welcher Situation? Oft liegt der Schlüssel nicht in mehr Disziplin, sondern in kleinen Anpassungen deiner Umgebung oder deiner Abläufe.
Kann ich die Habit Scorecard auch für berufliche Ziele verwenden?
Ja. Die Methode funktioniert unabhängig vom Lebensbereich. Ob persönliche Routinen oder berufliche Abläufe – indem du dein Verhalten sichtbar machst, erkennst du Optimierungspotenzial und kannst gezielt an Verbesserungen arbeiten.
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