Mein Weg zur Putzroutine inkl. 3 Fehlern, die Du vermeiden solltest

Ordentlich sah es bei mir oft aus, aber sauber? Das war eine andere Geschichte.

Inhaltsverzeichnis

Ich habe lange unterschätzt, wie viel Energie es kostet, ein wirklich sauberes Zuhause zu haben. Und wie schnell der Frust kommt, wenn man ständig hinterherputzt und trotzdem nie das Gefühl hat, „fertig“ zu sein.

Mein Ziel war klar: Ich wollte eine Putzroutine, die funktioniert. Ohne ständiges Chaos, ohne stundenlanges Schrubben und vor allem ohne dieses nagende Gefühl, immer hinterherzuhinken.

Heute ist mein Zuhause nicht nur ordentlich, sondern auch sauber. Und das mit weniger Stress als je zuvor.

In diesem Beitrag erzähle ich dir, wie meine Putzroutine entstanden ist, welche drei Fehler mich auf dem Weg am meisten ausgebremst haben und warum meine Putzroutine heute wieder anders aussieht als früher.

Die Ausgangslage

Meine Putzroutine begann nicht mit einem System, sondern mit ganz normalen Alltag.

September 2019: Nach einem turbulenten ersten Babyjahr, in dem sich ohnehin die Prioritäten verschieben und der Haushalt erst einmal zur Nebensache wird, ging es zurück in den Job. Ich bin mit 24 Stunden pro Woche (auf vier Tage verteilt) wieder eingestiegen – passend zu den Betreuungszeiten meiner Tochter.

Den Freitag hatte ich mir freigehalten. Zum einen, weil ich über eine Stunde zur Arbeit fahren musste und es sich sonst nicht rechnete. Zum anderen, um an diesem Tag den Haushalt zu erledigen: Küche reinigen, Staub wischen (vor allem in den Ecken), Bad putzen inklusive Waschbecken, Müll hinausbringen, Pflanzen gießen und allgemein für Ordnung sorgen.

In meiner Vorstellung sah das ungefähr so aus: Ich ging morgens noch zum Yoga. Bis ich nachmittags meine Tochter abholte, müssten wir nur noch einkaufen gehen. Das macht sie gerne und wir hätten Zeit, das Wochenende mit der Familie zu genießen, statt zu putzen.

Die Realität sah anders aus.

Die Realität

Ich verbrachte fast den gesamten Freitag mit Ordnung machen und putzen. Nur um festzustellen, dass es am Samstagmittag aussieht, als hätte eine Bombe eingeschlagen. Vor allem die Küche trieb mich in den Wahnsinn. Einmal gekocht, konnte ich schon wieder alles reinigen.

Egal wie viel Mühe ich mir gab: das Gefühl, jemals „fertig“ zu sein, stellte sich einfach nicht ein. Wie frustrierend das auf Dauer ist, habe ich erst später verstanden.

Da blieb keine Zeit für eine Tasse Kaffee auf dem Sofa. Und für Yoga schon gar nicht. Ich fühlte mich schnell ausgebrannt. Unverstanden, nicht gewürdigt für die Arbeit, die ich daheim leiste.

Dabei wollte ich doch genau das vermeiden. Ich wollte nicht zu denen gehören, die ihren Samstag „opfern“, um daheim zu putzen. Ich wollte kein Wochenendkrieger sein! Aber den Schmutz wollte ich auch nicht! Und die drängende Frage: Was mache ich nur falsch?

Mir war klar: So konnte es nicht weitergehen.

Unterstützung suchen?

Der Gedanke, mir Hilfe zu holen, kam früh auf. Doch so einfach war es nicht.

März 2020 (kurz vor dem 1. Lockdown): Ich sprach das Thema bei meinem Mann an. Er hatte wenig Verständnis für meine Situation. Schließlich hatte ich Zeit und ICH konnte die Haushaltshilfe auch nicht selbst bezahlen. Das gab mein Gehalt als Teilzeit-Mama nicht her.

Weiterer Nachteil: Selten reinigen die Putzfeen die Wohnung so, wie man es selbst tun würde → siehe Fehler No. 2

Kostengünstiger: ein Putzplan

Ich brauchte eine Lösung, die zu unserem Alltag passt und die ich selbst umsetzen konnte.

Doch nach umfangreicher Recherche im Internet war ich völlig demotiviert. Endlos lange Listen mit Dingen, die man täglich, wöchentlich, monatlich, vierteljährlich oder halbjährlich tun sollte. Aber keine Antwort darauf, WANN ich das alles erledigen sollte?

Inspiriert von Simone von mamamagie.de stellte ich mir schließlich meinen eigenen Wochenplan zusammen. Sie erklärte in einem ihrer Newsletter, wie sie sich für jeden ihrer Lebensbereiche jeden Tag eine Stunde Zeit nahm.

Eine Stunde Business, eine Stunde Haushalt, eine Stunde ungeteilte Aufmerksamkeit für ihre Kinder. Klingt ganz einfach, oder?

Aus dieser ersten Version ist später auch der Wochenputzplan entstanden, den du dir hier herunterladen kannst.

Mockup Freebie Putzroutine

Fokus statt Multitasking

Mir half vor allem eins: mich auf eine Sache zu konzentrieren und mich nicht ablenken zu lassen. Auch wenn Multitasking oft als Superkraft gefeiert wird.

Am Ende wollte ich vor allem eins: weniger putzen und mehr Zeit mit meiner Familie verbringen.

Daraus entstand mein erster Wochenputzplan, in dem ich die Hausarbeit auf verschiedene Tage verteilt habe.

Mit diesem ambitionierten Putzplan bin ich 2020 gestartet

Mit diesem Putzplan bin ich 2020 gestartet

Putzroutine in Kombination mit Bullet Journaling

Damit das Ganze nicht wieder nur im Kopf stattfindet, habe ich mir meine Aufgaben aufgeschrieben.

April 2020: Fast zeitgleich habe ich die Bullet-Jounal-Methode * von Ryder Carroll entdeckt. Begonnen habe ich allerdings nicht mit einem leeren Notizbuch, sondern einem solchen Klarheit-Kalender , den mir meine Mutter zu Weihnachten geschenkt hatte.

Die Wochenübersicht im Klarheit-Kalender mit einem zusätzlichen Bereich zur Reflektion

Die Wochenübersicht im Klarheit-Kalender mit einem zusätzlichen Bereich zur Reflexion

Die 3 Fehler auf meinem Weg zur Putzroutine

Der Plan hat mir geholfen, den Alltag besser zu strukturieren. Ganz reibungslos lief das alles trotzdem nicht.

Fehler No.1: Alles in meiner Verantwortung

Juni 2020: Unsere Tochter geht wieder zur Tagesmutter (zum Glück!) Es kehrt wieder so etwas wie ein normaler Alltag ein. Die letzten Monate waren (wie für viele von uns) ein wahrer Kraftakt! Ohne Kurzarbeit und Teamwork hätten wir es nicht geschafft.

Doch es machte sich bemerkbar, dass zwei Erwachsene und ein Kind ständig daheim aufeinandersitzen (Spielplätze waren geschlossen, der Garten gerade im Umbau). Ich bin zum Putzteufel mutiert! Es gibt regelmäßig Streit, warum?

Mein Plan = meine Verantwortung. Das hieß: Für alle Aufgaben, die im Haushalt anfielen, fühlte ich mich verantwortlich. Ich ließ mir nicht helfen und es dauerte nicht lange, bis ich völlig auf dem Zahnfleisch ging.

Delegieren lernen

Mittlerweile binde ich meinen Mann viel aktiver ein. Neben einer festen Aufgabenverteilung (wie: er spült und ich kümmere mich um die Spülmaschine) stimmen wir uns bei gemeinsamen Aufgaben besser ab, zum Beispiel bei Wäsche waschen oder saugen.

Er übernimmt auch mal das Bad für mich, wenn ich ihn darum bitte. Dafür muss ich damit leben, dass es nicht so geputzt ist, wie ich es gerne hätte.

Und so kommen wir direkt zu Fehler Nummer zwei auf dem Weg zur Putzroutine.

Fehler No. 2: Sauberkeit als oberste Priorität?

Das Badezimmer ist für mich ein Paradebeispiel dafür, wie unterschiedlich Mann bzw. Frau an die Dinge herangehen.

Ich stelle z.B. zuerst alle Sachen hoch, wische alle Oberflächen ab inkl. Spiegel und zum Schluss mache die Toilette sauber. Mein Mann hingegen vergisst sehr gerne die Spiegel. Dafür schrubbt er gerne die Dusche. Die ich gerne außen vorlasse. Der Streit ist vorprogrammiert.

Eigene Erwartungen hinterfragen

Mir ist erst mit der Zeit klar geworden, wie sehr mich meine eigenen Erwartungen unter Druck gesetzt haben. Als ich angefangen habe, sie zu hinterfragen und weniger perfekt sein zu wollen, wurde vieles deutlich entspannter.

Ganz gelöst war das Thema damit allerdings noch nicht.

Fehler No. 3: Ich halte zu lange an einem Plan fest

Juli 2020: Ich arbeite wieder fünf Tage die Woche. Mein Alptraum ist wahr geworden: Samstag ist nun Putztag!

Der Plan geht deshalb schon nicht auf, weil jedes 2. Wochenende die Großen da sind. Ich bin gestresst und genervt. Dazu die Unsicherheit, die das Virus mit sich brachte.

Bis Dezember 2020 musste ich nach dem Lockdown wieder regelmäßig ins Büro. Morgens und abends jeweils eine Stunde Fahrzeit, zusätzlich der Stress durch Holen und Bringen meiner Tochter. Das entspannt sich erst etwas, als ich wieder verstärkt im Homeoffice arbeite.

2021: Ich muss nur noch max. einmal die Woche im Büro. Jetzt streiten wir uns wegen der Belastung im Job und weniger wegen dem Haushalt.

Routinen dürfen sich verändern

Heute weiß ich: Es ist keine Schande, wenn etwas für mich nicht funktioniert. Wir sind eben alle nur Menschen. Wichtig ist weiterzumachen und Routine zu finden, die zum neuen Alltag passen.

Wie bald ich meine Putzroutine erneut verändert würde, konnte ich da noch nicht ahnen.

Im Herbst 2021 hieß es wieder: Alles auf Anfang! Neuer Plan, sehr viel entspannte Putzroutine und neue Aufgabenverteilung! Mein Mann bringt unsere Tochter in den Kindergarten. Ich nutze die Stunde morgens vor dem Homeoffice für die Hausarbeit – getreu dem Prinzip Eat that frog!* von Brian Tracy.

Es würde nicht das letzte Mal sein, dass ich meine Putzroutine anpassen muss.

Realitätscheck 2024: Putzroutine & Wochenplan als Working Mom

April 2024: Es hat sich viel verändert in den letzten Jahren. Ich habe inzwischen zweimal den Job gewechselt und arbeite nun wieder 5 Tage pro Woche insgesamt 32 Stunden. Das macht sich nicht nur finanziell bemerkbar, sondern auch zeitlich.

Mein Tag beginnt viel früher. Spätestens um 8 Uhr bin ich im Büro. Die Stunde am Morgen (vor dem Homeoffice) fehlt mir für die Hausarbeit. Dafür kann ich meine Tochter am Nachmittag früher vom Kindergarten abholen und wir können noch etwas Schönes unternehmen, bevor wir nach Hause fahren.

Es ist wichtig, die Zeit mit der Familie zu genießen. Und wenn das Wetter mitspielt, sind wir auch viel lieber draußen als drinnen. Wer möchte schon putzen, wenn die Sonne scheint.

Haushalt wieder am Wochenende

Meine Putzroutine richtet sich im Moment nach den diversen Aktivitäten meiner Tochter und das, was unter der Woche liegen bleibt, erledige ich am Wochenende (so wie früher).

Ja, ich bin wieder ein Wochenendkrieger. Doch im Gegensatz zu früher teile ich mir meine Kraft heute besser ein und kann meine Freizeit sinnvoller nutzen. Dank meines Wochenplaners habe ich den Kopf frei für andere Dinge.

Um mir den Kopf frei zu halten, nutze ich dafür einen einfachen Wochenplaner. Wenn du magst, kannst du ihn hier herunterladen.

Mockup Freebie Putzroutine

Fazit: Jeden Tag ein bisschen

Wenn ich auf dem Weg zu meiner Putzroutine eines gelernt habe, dann das: Wenn ich jeden Tag ein bisschen mache, verliert auch die Hausarbeit am Wochenende ihren Schrecken.

Außerdem habe ich für mich erkannt: Ordnung und Sauberkeit sind gut schön. Es muss aber nicht immer tipptopp sauber sein. Auch ich darf mir eine Pause gönnen.

Und wenn spontan Besuch vor der Tür steht, sage ich einfach:

Vorhin war hier aufgeräumt & geputzt! Schade, dass du es verpasst hast.

Mich würde interessieren: Hast du eine Putzroutine? Und was funktioniert (noch) nicht?

Weitere Fragen zur Putzroutine

Warum ist es wichtig, eine Putzroutine zu haben?

Wie finde ich eine Putzroutine, die zu mir passt?

Wie oft sollte ich meine Putzroutine anpassen?

Wie lange dauert es, bis eine Putzroutine zur Gewohnheit wird?

Brauche ich einen festen Putzplan für eine funktionierende Putzroutine?

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Das bin ich! Miriam von Mama leibt Listen

Hi, ich bin Miriam

Ich habe eine Tochter und liebe Listen. Unter dem Motto #MachdirdasLebenleichter blogge ich seit April 2021 und teile mit dir meine Erfahrungen, um dich im Mama-Alltag besser zu organisieren. Immer mit dabei: mein Bullet Journal, eine geniale Mischung aus Kalender, Notizbuch, ToDo-Liste und Tagebuch!

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