Kennst du das Gefühl? Du hetzt durchs Haus, machst das Frühstück, packst den Schulranzen, räumst nebenbei die Spülmaschine aus und planst im Kopf schon die nächsten drei Dinge, bevor der erste Kaffee leer ist.
Multitasking klingt wie eine Superkraft. Vor allem im Mama-Alltag scheint es manchmal die einzige Möglichkeit zu sein, überhaupt etwas zu schaffen.
Aber die Wahrheit ist: Multitasking fühlt sich oft produktiv an, macht uns auf Dauer aber müde, unkonzentriert und frustriert. Du tust so viel und hast am Ende trotzdem das Gefühl, nichts davon richtig gemacht zu haben.
Warum ist das so? Und was hilft stattdessen? In diesem Beitrag zeige ich dir, warum Multitasking uns oft mehr stresst als entlastet, und wie du mit mehr Klarheit und Fokus Schritt für Schritt mehr Leichtigkeit in deinen Alltag bringst.
Warum Multitasking im Mama-Alltag nicht funktioniert
Der Begriff Multitasking stammt ursprünglich aus der Computerwelt der 60er Jahre. Maschinen konnten tatsächlich mehrere Prozesse gleichzeitig abarbeiten – etwa Daten laden und parallel rechnen.
Bei uns Menschen sieht das anders aus: Unser Gehirn arbeitet nicht parallel, sondern springt blitzschnell von einer Aufgabe zur nächsten. Dieses ständige Umschalten nennt man Task Switching – und es kostet nicht nur Zeit, sondern auch Energie.
Wenn du mehr darüber lesen willst, warum Multitasking im Mama-Alltag eher Kraft raubt als hilft, schau mal bei echtemamas.de vorbei: Mama kann Multitasking? Das ist kein Talent, sondern ein Fluch!
Die Folgen spürst du im Alltag deutlich:
- Du brauchst länger für jede einzelne Aufgabe
- Du machst mehr Fehler
- Du fühlst dich am Ende ausgelaugt und unzufrieden
Klingt vertraut? Dann lies unbedingt weiter. Es gibt eine bessere Lösung.
Mehr schaffen mit weniger Stress: Was du stattdessen brauchst
Wenn du ständig von To-do zu To-do hetzt, aber nie richtig „fertig“ wirst, liegt das nicht an dir. Es liegt daran, wie du deine Aufgaben angehst.
Was du brauchst, ist nicht mehr Energie, sondern mehr Struktur. Statt im Multitasking-Modus alles gleichzeitig zu versuchen, hilft es, dich bewusst auf eine Sache zu konzentrieren.
Das nennt man Single Tasking und es ist kein neumodischer Trend, sondern ein echter Gamechanger. Besonders im Mama-Alltag.
Mit der richtigen Struktur kannst du:
- Aufgaben klarer sehen
- Prioritäten setzen
- Und Schritt für Schritt Dinge wirklich erledigen
Die bessere Struktur für deinen Kopf
Eine Methode, die mir persönlich dabei hilft, ist das Prinzip von David Allen aus Getting Things Done*. GTD ist simpel, aber wirkungsvoll:
Ziel → Projekt → Aufgaben
Und genau das schauen wir uns jetzt im nächsten Schritt an. Mit einem Beispiel, das fast jede Mama kennt: einen Kindergeburtstag organisieren.
1. Ziel formulieren
Was willst du eigentlich erreichen und warum?
Beispiel: Ich möchte einen entspannten Kindergeburtstag organisieren, weil ich den Tag bewusst mit meinem Kind genießen möchte – ohne Stress in letzter Minute.
Dieses Warum ist dein innerer Antrieb. Wenn es hektisch wird, erinnert es dich daran, warum du das Ganze machst. Nicht aus Pflichtgefühl, sondern aus Überzeugung.
Wie du smarte Ziele setzt, erkläre ich dir in diesem Beitrag.
2. Ziel in Projekte unterteilen
„Entspannter Kindergeburtstag“ klingt schön, bleibt aber vage, solange es nicht konkret wird. Mach daraus überschaubare Teilprojekte:
- Gäste einladen
- Ort und Ablauf planen
- Spiele und Aktivitäten vorbereiten
- Essen und Getränke organisieren
- Deko besorgen
Jedes dieser Projekte kannst du separat angehen. Das bringt sofort mehr Übersicht und nimmt dir das Gefühl, alles auf einmal machen zu müssen.
3. Projekte in Aufgaben runterbrechen
Der wichtigste Schritt: Zerlege jedes Projekt in kleine, machbare Aufgaben.
Beispiel: Projekt „Spiele und Aktivitäten vorbereiten“
- Spiele auswählen
- Materialien besorgen
- Ablauf grob planen
- Kleine Preise vorbereiten (zum Beispiel für eine Schatzsuche)
So weißt du genau, was zu tun ist und kannst auch mal nur eine Sache erledigen, ohne gleich das große Ganze im Kopf haben zu müssen.
Tipp: Wenn eine Aufgabe länger als 30 Minuten dauert, ist sie wahrscheinlich zu groß. Dann lohnt es sich, sie noch weiter zu unterteilen oder ein passendes Zeitfenster einzuplanen.
4 Tipps gegen Ablenkung im Mama-Alltag
Selbst mit einem guten Plan ist es schwer, fokussiert zu bleiben. Kinder, Benachrichtigungen, spontane Fragen und schon bist du raus. Diese vier Tipps helfen dabei, trotzdem konzentriert zu bleiben:
1. Setz ein klares Zeichen: Tür zu
Ob Homeoffice oder Wohnzimmertisch: Wenn du konzentriert etwas erledigen willst, brauchst du eine kleine Insel. Tür zu heißt: Ich bin gerade nicht ansprechbar.
Vorher sage ich Bescheid: „Ich brauche jetzt 20 Minuten, dann bin ich wieder da.“ Das funktioniert. Nicht immer sofort, aber mit der Zeit wird es akzeptiert.
Alternativ: Timer stellen. Auch das braucht etwas Übung, aber funktioniert.
2. Fokus-Musik statt Hintergrund-Gewusel
Ruhige Musik über Kopfhörer hilft mir, in den Flow zu kommen. Besonders, wenn drumherum Leben tobt. Es geht nicht darum, dich abzuschotten, sondern deine Konzentration bewusst zu schützen.
3. Handy außer Sichtweite
Ob wir es wollen oder nicht: Das Handy lenkt ab. Immer.
Zuhause lege ich es bewusst in einen anderen Raum. Auf der Arbeit nutze ich den Konzentrationsmodus, um alle störenden Benachrichtungen für die Zeit zu blockieren, aber im Notfall ztotzdem erreichbar zu sein.
Das allein bringt oft schon spürbar mehr Ruhe in meinen Kopf.
4. Lass andere kurz warten – ganz bewusst
Das ist vielleicht der schwierigste, aber wichtigste Punkt: Du darfst Menschen auch mal um Geduld bitten. Auch wenn es sich im ersten Moment unhöflich anfühlt.
„Ich mache das hier kurz fertig, dann bin ich bei dir.“
Du wirst sehen: Die Welt geht nicht unter. Im Gegenteil! Du bist danach mit voller Aufmerksamkeit für andere da, statt zwischen zwei Gedanken zu hängen.
Fazit: Du musst nicht alles gleichzeitig machen – wirklich nicht
Ich habe lange gedacht, dass Multitasking einfach dazugehört, um den Mama-Alltag zu wuppen. Aber ganz ehrlich? Am Ende war ich zwar beschäftigt, aber nie wirklich zufrieden.
Aufgaben herunterzubrechen und mich auf eine Sache zu konzentrieren, hat bei mir viel verändert. Heute bin ich nicht perfekt organisiert und das will ich auch gar nicht sein. Aber ich habe mehr das Gefühl, dass ich die Dinge geregelt kriege. Und das ist genug.
Mich interessiert: Wie gehst du mit dem Gefühl um, ständig alles gleichzeitig erledigen zu müssen? Was hilft dir, den Fokus zu behalten? Schreib mir gern in die Kommentare.
Das Buch zum Thema
Mit Sternchen (*) gekennzeichneten Links sind sogenannte Affiliate-Links. Wenn du auf einen solchen Affiliate-Link klickst und über diesen einkaufst, bekomme ich vom betreffenden Online-Shop oder Anbieter eine Provision. Für dich verändert sich der Preis nicht.

