Ausgemistet ist schnell. Zumindest theoretisch. Doch dann stehen plötzlich Tüten im Flur, Kisten im Keller und ein Stapel aussortierter Dinge wartet darauf, auszuziehen.
Flohmarkt ist für mich selten eine Option. Dafür fehlt mir meist Zeit und ehrlich gesagt auch die Lust. Also habe ich mir über die Jahre verschiedene Wege gesucht, um Aussortiertes unkompliziert weiterzugeben.
Je nachdem, ob es nur einzelne Teile sind oder gleich mehrere Kisten, funktionieren unterschiedliche Lösungen besser. Deshalb habe ich meine Erfahrungen hier gesammelt.
Wenn ich nur einzelne Teile loswerden will
Bei einzelnen Teilen halte ich es bewusst einfach. Hauptsache, sie verschwinden zeitnah aus dem Haus und bleiben nicht wieder irgendwo liegen.
1. Free your Stuff Facebook Gruppen
Ich habe diese Möglichkeit zu Corona-Zeiten für mich entdeckt. Eine Freundin hat mir davon erzählt und so funktioniert’s:
Ich bin einer lokalen „Free your Stuff“-Facebook-Gruppe beigetreten, habe ein Foto hochgeladen. Im Kommentar schreibe ich GIVE plus den Gegenstand und wo dieser kostenlos abgeholt werden kann. Meist findet sich so schnell jemand in der Nähe, der daran Freude hat.
2. Freunde fragen
Bevor ich eine Sache einstelle, frage ich Familie oder Freunde. Das geht unkompliziert und schnell.
Ich gebe regelmäßig Fehlkäufe an meine Mutter oder Schwester weiter. Von einer Freundin habe ich auch schon einen Marken-Epilierer geschenkt bekommen. Die gleiche Freundin übrigens, die mir von der „Free your Stuff“-Facebook-Gruppe erzählt hat.
Aber Achtung! Im umgekehrten Fall fühle ich mich nicht verpflichtet, etwas anzunehmen, was ich nicht wirklich brauche. Gerade bei unseren Eltern tendieren wir dazu, ja zu sagen, um sie nicht zu verletzen. Ehrlichkeit lohnt sich hier. Sonst war das Ausmisten umsonst.
3. Auf Kleinanzeigen oder Vinted verkaufen
Ich gebe zu, das klappt mal mehr und mal weniger gut. Entweder sind die Dinge sofort weg oder es passiert wochenlang gar nichts. Das kann frustrierend sein. Auch der Aufwand ist hier deutlich größer: Bilder machen, aussagekräftige Beschreibung schreiben, den richtigen Preis finden. Bei Verkauf das Päckchen versenden etc.
Meiner Erfahrung nach lohnt sich das vor allem für große Teile. Und ich persönlich habe wenig Spaß daran. Mein Mann stellt deshalb bei uns die Sachen bei Kleinanzeigen rein, bei Vinted habe ich bisher nur eingekauft.
4. Verschenken-Kiste vor der Tür
Solche Kisten stehen inzwischen in vielen Orten. Eine Kiste, auf der groß ZU VERSCHENKEN steht. Darin meist Dekoartikel, die aussortiert auf neue Besitzer warten.
Ich habe diese Methode genutzt, um vor unserem letzten Umzug großzügig den Keller zu entrümpeln. Das funktioniert super für sehr viele Kategorien – vorausgesetzt es regnet nicht: Sogar Bücher, Zeitschriften, CDs, Kerzen, alles weg!
Wichtig: Ich kontrolliere die Kiste regelmäßig und lasse sie nicht länger als ein bis zwei Tage draußen stehen. Sonst sieht es so aus, als wollte ich Müll entsorgen.
5. Das Büchertauschregal
Wenn ich ein oder zwei Bücher loswerden möchte und keine Lust habe, diese zu verkaufen, lege ich die gelesenen Exemplare bei uns in einem öffentlichen Büchertauschregal ab.
So haben andere die Möglichkeit, sich an meinen Büchern zu erfreuen, und ich schaffe ganz nebenbei Platz in meinem eigenen Regal. Manchmal finde ich sogar selbst ein Buch, das ich lesen möchte.
Wenn mehrere Kisten zusammenkommen
Manchmal bleibt es aber nicht bei ein paar Teilen. Gerade nach größeren Ausmistaktionen stehen bei mir oft mehrere Kisten rum. Hier gehe ich anders vor, damit der Kram am Ende nicht im Keller landet.
6. Spenden an ein Sozialkaufhaus
Wenn meine Sachen noch brauchbar sind, ich diese selbst aber nicht mehr benötige, spende ich gerne an eine lokale Wohltätigkeitsorganisation oder ein Sozialkaufhaus, z. B. Oxfam oder ein anderes Sozialkaufhaus in der Nähe. Google hilft mir, eine passende Organisation zu finden.
Ich informiere mich dabei vorab, welche Gegenstände benötigt und angenommen werden, denn die Organisationen haben nur begrenzte Lagerflächen und die Auswahl variiert je nach Saison.
Vor allem gut erhaltene Haushaltswaren werden gerne genommen. Manchmal holen die Organisationen auch Möbelstücke ab – vorausgesetzt diese sind nicht reif für den Sperrmüll.
7. Für Kleidungsstücke: der Second-Hand-Laden
Wenn ich ein schlechtes Gewissen habe, aussortierte Kleidungsstücke in den Altkleidercontainer zu werfen, aber keine Lust auf Vinted & Co. habe, gebe ich die Sachen in einem Second-Hand-Laden ab. So bekomme ich noch etwas Geld dafür, ohne selbst die Mühe zu machen.
Ich selbst kaufe sehr gerne second hand ein, denn dort kann ich die Kleidungsstücke vor dem Kauf anprobieren und vermeide so weitere Fehlkäufe.
Sollte der Second-Hand-Laden meiner Wahl meine Ware nicht annehmen wollen, spende ich die Teile auch einem Sozialkaufhaus. Viele haben eigene Kleiderkammern, in denen sich auch das ein oder andere Schnäppchen für den eigenen Kleiderschrank versteckt.
8. Gebrauchte Bücher und Elektronik zu Geld machen: Momox & Co.
Ich hätte es selbst nicht gedacht, aber für einige Exemplare gibt es bis zu 10 €! Besonders aussortierte Kochbücher sind gefragt. Für Exemplare neueren Datums gibt es bis zu 3 €. Solche Preise bekomme ich nicht einmal auf dem Flohmarkt.
Hier lohnt es sich zu vergleichen: Momox und Rebuy bieten für das gleiche Buch unterschiedliche Preise an. Also den Stapel Bücher schnappen und die ISBN-Nummer eingeben. Für einen Anbieter entscheiden, alles ins Päckchen packen und weg damit!
Gibt es für meine Bücher nur Cent-Beträge? Dann ab damit ins Büchertauschregal.
Alle Wege auf einen Blick
- Free your Stuff Gruppen auf Facebook
- Im Bekanntenkreis fragen
- Kleinanzeigen oder Vinted
- Verschenken-Kiste vor der Tür
- Büchertauschregal
- Spenden ans Sozialkaufhaus
- Second-Hand-Laden für Kleidungsstücke
- Momox & Co. für gebrauchte Bücher
Damit es nach dem Ausmisten ordentlich bleibt
Ausmisten ist für mich nur der Anfang. Damit Ordnung im Alltag bleibt, nutze ich einen einfachen Wochenputzplan. Du kannst ihn dir hier herunterladen.

Fazit: Platz schaffen ohne langes Zögern
Das sind die Wege, die mir helfen, aussortierte Dinge wirklich loszuwerden, ohne sie monatelang im Keller zu parken. Nicht alles klappt immer sofort, aber vieles schneller, als ich früher gedacht hätte.
Falls du gerade überlegst, wo du überhaupt anfangen sollst, hilft dir vielleicht mein Beitrag darüber, wie ich mit dem Ausmisten anfange, ohne alles umzukrempeln
Mich interessiert: Welcher Weg passt für dich am besten: weitergeben, verkaufen oder spenden? Schreib mir gern in die Kommentare.






