Erfolgreich neue Routinen entwickeln

Kennst du das? Du hast dir fest vorgenommen: Ab morgen wird alles anders! Du wirst dich gesünder ernähren dreimal die Woche ein Workout. Und dann kommt alles anders und Du bist frustriert. Was ist bloß schief gelaufen? Ganz einfach: das Leben! Ob mit oder ohne Kinder – wir schaffen es selten, drastische Veränderungen von heute auf morgen zu umzusetzen. Wenn es uns doch gelingt, dann meistens nicht für lange. Wie du es dennoch schaffen kannst, Schritt für Schritt neue Routinen zu entwickeln, verrate ich dir hier.

Warum überhaupt Routinen?

Ich gebe zu, über dieses Thema lässt sich hervorragend streiten. Während du als Single und später als Paar gerade am Wochenende in den Tag hineinleben kannst und das Leben so nimmst, wie es kommt (Stichwort: Spontanität), wirst du spätestens mit dem Thema Routinen konfrontiert, wenn die lieben Kleinen auf der Bildfläche erscheinen. Nach einer turbulenten Anfangszeit findet ihr mal mehr, mal weniger in einen gemeinsamen Rhythmus.

Viele Erziehungsratgebern empfehlen eine geregelte Tagesstruktur. Diese gibt den Kleinen Sicherheit. Wenn sie wissen, was als nächstes passiert, können sie sich besser drauf einstellen. Und eine Gute-Nacht-Geschichte hat als Kind jeder gerne gehört. Aus eigener Erfahrung weiß ich allerdings: Wie durchstrukturiert so ein Tag sein muss, ist bei jeder Familie anders. Manche Mütter arbeiten Teilzeit, andere Vollzeit, wiederum andere sind mit kleineren Geschwistern daheim. Ein Kindergartenkind hat andere Anforderungen wie ein Schulkind etc.

Der eigene Charakter und die Routinen, die sich daraus entwickeln, spielen dabei aus meiner Sicht eine entscheidende Rolle. Ich persönlich liebe Ordnung und Struktur! Dabei achte ich darauf, diese nicht allzu verbissen durchzusetzen. Denn das gibt Stress und genau den wollen wir vermeiden. Und dann ist da noch der Sturkopf meiner Tochter, der gerade in der Übergangsphase zu keinem Mittagsschlaf, seine eigenen Regeln aufstellt. Um nicht völlig am Rad zu drehen, habe ich daher beschlossen, dies bzgl. den Dingen einfach ihren Lauf zu lassen.

Kenne dein WARUM

Meiner Erfahrung nach eine entscheidende Frage, die wir gerne überspringen: Warum tue ich etwas? Warum habe ich mir dieses Ziel gesetzt? Nur wenn du deine Zielversion kennst, kannst du dir die ersten Schritte ableiten, die dich langfristig ans Ziel bringen. In diesem Fall, welche Routinen dir dabei helfen, um deinem Ziel ein Stück näher zu kommen.

Noch viel wichtiger: Du bist motiviert, weil du es für dich tust und nicht für andere. Du kennst dieses Gefühl bestimmt: Wenn du für etwas „brennst“, kannst du stundenlang daran arbeiten, ohne dass du müde wirst oder aufhören möchtest. Du machst weiter, ohne dass es sich wie eine Verpflichtung anfühlt. Du bist im Flow!

Ich habe mir zum Beispiel vorgenommen, jeden Tag zu meditieren und einmal in der Woche Yoga zu machen. Warum? Weil mir diese regelmäßige Auszeit gut tut. Für den einen mag es egoistisch klingen, sich jeden Tag soviel für sich Zeit zu nehmen. Für mich ist es überlebenswichtig geworden. Ich gehe deutlich entspannter mit Stresssituationen um. Ich merke sofort, wenn ich einige Zeit lang darauf verzichtet habe. Denn dann bin ich gereizt und fange an, zu schreien.

Aller Anfang ist schwer? Nicht mit diesen Tipps

Du kennst nun dein Warum. An dieses solltest du dich immer erinnern, wenn du in einem Motivationstief steckst. Das Ziel ist machbar. Du hast dir einen Weg überlegt, dieses Ziel zu erreichen. Du musst nur noch loslegen. Doch irgendwie kostet es dich Überwindung? Keine Sorge, das ist völlig normal. Auch der menschliche Körper liebt seine Routinen und neue zu entwickeln, braucht Willenskraft. Unsere Willenskraft nimmt allerdings im Laufe des Tages rapide ab. Deswegen liegen wir abends lieber auf der Coach statt ins Fitnesstudio zu gehen.

Dagegen hilft

  • Eat the frog!* Egal, was du dir vorgenommen hast, tue es am besten morgens bzw. Vormittags. Dann ist deine Willenskraft noch voll aufgeladen!
  • Fange klein an mit Mini-Gewohnheiten*! Zum Beispiel 2 statt 20 Minuten zu meditieren. Das kostest viel weniger Motivation und lässt sich einfacher in den Alltag integrieren. Und wenn du einmal in Bewegung bist, ist es auch viel leichter weiterzumachen.
  • Fokus: Nimm du dir nur EINE neue Sache auf einmal vor und konzentrierst dich allein auf diese. Laura Malina Seiler brachte es in einem Interview auf den Punkt: Die Energie folgt dem Fokus! Das kann ich nur unterschreiben.
  • Gewohnheiten clever verbinden: Besonders einfach lassen sich neue Routinen entwickeln und Gewohnheiten ändern, wenn Du diese an etwas bereits Gelerntes dranhängst. Es sollte etwas sein, dass bereits zu deiner Routine gehört und du automatisch machst wie Zähneputzen. Darauf folgt eine ausgiebige Gesichtspflege oder du trinkst ein Glas Wasser nach dem Aufstehen usw.
  • Die neue Gewohnheit sollte wortwörtlich „sichtbar“ sein. Das heißt die Dinge, die du für deine neue Routine benötigst, sollten dir morgens förmlich ins Auge springen. Stelle dir zum Beispiel das Glas Wasser direkt auf den Nachtisch oder die Kosmetikprodukte in einem Körbchen auf den Waschtisch. Denn sonst gilt: Aus den Augen, aus dem Sinn!
  • Lieber regelmäßig statt perfekt: Übung macht den Meister und Perfektionismus unproduktiv! Mehr dazu in meinem Beitrag Nobody is perfect: Perfektionismus ablegen und entspannter leben

Verfolge deinen Fortschritt, um erfolgreich Routinen zu entwickeln

Eines sollte dir klar sein, bevor du dich loslegst: Fortschritt braucht Zeit! Gerade, wenn wir Gewohnheiten ändern, dauert es bis zu 60 Tage, bis diese zur Routine werden. Also sei geduldig mit dir und feiere jeden noch so kleinen Meilenstein auf dem Weg zum Ziel. Das motiviert und richtet den Fokus auf das Hier und Jetzt anstatt auf eine weit entfernte Zukunft.

Um dran zu bleiben und sich (täglich) seine „Belohnung“ abzuholen, kann ich dir Habit Tracker bzw. Gewohnheitstracker empfehlen. Diese habe ich in Die Bullet-Journal-Methode* von Ryder Carroll kennengelernt und hat die Art, wie ich mein Leben organisiere, völlig verändert. Doch das ist ein Thema für einen anderen Blogartikel. Ähnlich wie beim Abhacken einer erledigten Aufgabe auf einer ToDo-Liste lösen Gewohnheitstracker einen Kick aus: Du hast an diesem Tag bzw. in dieser Woche etwas erreicht. Du bist produktiv und fühlst dich gut.

Dabei spielt es keine Rolle, ob du eine App dafür nutzt oder wie ich Stift und Papier bevorzugst. In meinem Bullet Journal habe ich eine Seite mit allen Routinen, die ich entwickeln bzw. kontrollieren möchte. Nach Ryder Carroll sollten das max. 6 Gewohnheiten gleichzeitig sein und wie oben erwähnt, max. eine neue Gewohnheit. Erst wenn diese wirklich zur Routine wird – das kann zwischen 2 und 3 Monate dauern – solltest du die nächste Gewohnheit in Angriff nehmen. Ausdauer und Geduld sind hierbei der Schlüssel. Beispiele für Gewohnheitstracker findest du auf Pinterest.

P.S. Es kann sein, dass Gewohnheitstracker für dich nicht funktionieren, weil du dich davon zu sehr unter Druck gesetzt fühlst. Meiner Schwester geht es zum Beispiel so. Sollte das der Fall sein, denke bitte daran: Das ist völlig in Ordnung und du bist damit nicht alleine. Du wirst eine andere Lösung für dich finden.

Routinen an die eigenen Bedürfnisse anpassen

Lustigerweise erwarten wir bei einem neuen Hobby – anders als bei einer neuen Gewohnheit – selten, dass wir es sofort perfekt beherrschen. Und doch vergeht uns genauso schnell die Lust daran, wenn wir keine Resultate unseres „harten Trainings“ sehen. Das ging mir persönlich beim Thema Hand Lettering so. Dann hast du die Wahl: Entweder aufhören und ein anderes Hobby suchen oder die Routine anpassen. In meinem Fall habe ich mich für Schablonen entschieden. Und wofür entscheidest du dich?

Flexibel bleiben statt aufgeben

Es kann durchaus Situationen geben, in denen du die Routine mehrfach anpassen musst. Um Routinen zu entwickeln, die zum eigenen Leben passen, braucht es wie gesagt Zeit und Geduld. Und nur weil es Routine heißt, muss nicht jeder Tag gleich ablaufen. Manchmal kommt das Leben dazwischen und dann ist es besser, flexibel zu reagieren. Überhaupt aktiv zu werden ist in diesem Fall besser als gar nichts zu tun! Denk daran: lieber regelmäßig statt perfekt!

Das geht mir bis heute so mit dem Thema Yoga & Meditation. Anfangs wollte ich beides in meine Morgenroutine integrieren. Also nach dem Aufstehen 10 Minuten Yoga und 5 Minuten Mediation. Ein machbares Ziel und doch heißt das für mich: Früher aufstehen und das funktioniert wiederum nur, wenn ich früher schlafen gehe. Also musste ich zuerst daran arbeiten.

Mittlerweile werde ich (dank Homeoffice) kurz vor sieben von alleine wach (auch am Wochenende). Von Shea Whitney inspiriert setze ich mich dann 5 bis 10 Minuten vor das Fenster in die Sonne und genieße meinen ersten Kaffee. Je nachdem wie viel Zeit mir an diesem Morgen bleibt, wähle ich anschließend eine 5 bis 10 minütige Mediationen aus meiner YouTube-Playliste. Das sorgt für Abwechselung und ich bleibe flexibel.

Meine Yoga Praxis reduziere ich von 10 Minuten täglich auf einen fixenTermin in der Woche – dafür länger. Anders scheint es derzeit nicht machbar zu sein und hat in der Vergangenheit auch funktioniert. Tägliches Spazieren gehen gehört ebenfalls zu meiner (fast) täglichen Routine. Dazu zähle ich auch die Runde um den Block und den Gang zum Altglascontainer. Frische Luft ist eben frische Luft und steigert das persönliche Wohlbefinden ernorm.

Du siehst: Veränderungen lohnen sich – auch wenn diese Zeit brauchen. Und so wie du dich mit der Zeit veränderst, werden sich auch deine Gewohnheiten ständig ändern. Solltest du dein Ziel erreicht haben, kannst du das nächste „Projekt“ angehen und hierfür weitere Routinen entwickeln. Denn nun weißt du, wie es geht!

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HI, ich bin Miriam

Ich zeige mit meinen Blog gestressten Müttern, wie sie sich das Leben leichter machen.

Für den Alltag mit Kindern gebe ich ihnen Tipps & Tricks in Listenform an die Hand, um sich im Alltag besser zu organisieren, ruhig und gelassen mit Stresssituationen umzugehen oder diese sogar zu vermeiden.

4 Antworten

  1. Hallo Miriam,
    und noch eine Abonnentin aus der Blogothek 🧚
    Dies ist ein sehr schöner Blog und du hast genau die Themen, die ich für gebrauchen kann. Ich liebe auch Listen, Routinen usw. und arbeite für mich gerade an den Gewohnheiten.
    Ich danke dir für den tollen Input und freue mich auf weitere inspirierende Artikel.
    Liebe Grüße 🙋
    Zina

    1. Liebe Zina, vielen Dank für dein motivierendes Feedback. Es freut mich, dass ich dich mit meinen Beiträgen unterstützen kann 🙂 Ich hoffe, ich hören / lesen bald mehr von dir in der Blogothek.

  2. Hallo Miriam, ich habe ja schon in der Blogothek angekündigt, dass ich zu deinen ersten Abonnenten gehören werde. Dein Thema ist gerade mein neues Thema. Zusammen mit einer Bekannten, die als Healthcoach arbeitet, habe ich schon begonnen. Unsere Sitzungen sind nun zu Ende und dein Blog kommt gerade recht. Ich bin sehr gespannt!
    Liebe Grüße von ganz weit weg!

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